Der Mensch soll nicht Gott spielen! Das ist ein Satz, der in moralisch-ethischen Debatten immer wieder fällt – gerade wo es in die Grenzbereiche des Lebens und um neue potentiell unberechenbare Technologien geht. In dieser Ausgabe untersuchen wir am Beispiel eines 25 Jahre alten Computerspiels, wie es tatsächlich aussehen kann, wenn der Mensch in die Rolle eines Gottes schlüpft. Und wir sehen dabei auch, wie sich das Verhältnis von KI und Nutzer seit Beginn des Jahrtausends gedreht hat. Dirk Müller erinnert an den Unfall in Tschernobyl vor 40 Jahren und beschreibt, was passiert, wenn der Mensch kosmische Kräfte nutzen will, und sie plötzlich nicht mehr kontrollieren kann.
Aber will man wirklich (wie) Gott sein? Im Christentum, das an einen Schöpfer des Universums glaubt, der sich in Jesus hat foltern und töten lassen, ist das keine triviale Frage. Nachdem wir in den vergangenen Monaten immer wieder Diskussionen über diesen „Opfertod“ am Kreuz im Heft hatten, nutzt Magnus Striet die Debatte als Anlass für eine allgemeinere Frage: Warum fällt es der Theologie so schwer, mit Brüchen in ihrer Tradition umzugehen?