Papst Leo XIV. besuchte vier afrikanische Länder, darunter Algerien, wo noch niemals ein Papst einen Fuß hingesetzt hat. Grund genug für viele Papst-Schlagzeilen und -Kommentare. Die gab es tatsächlich – aber weniger zur Reise, sondern mehr zum Disput Leos mit US-Präsident Donald Trump. Auch CHRIST IN DER GEGENWART hat in der vergangenen Ausgabe mitkommentiert. Und nun? Der Papst war letztens um Mäßigung bemüht, weitere Auseinandersetzungen mit Trump lägen überhaupt nicht in seinem Interesse. Prompt hat er einen Teil des Medienbeifalls wieder eingebüßt. „Der Papst hat seinen Sieg verspielt“, hieß es etwa in der FAZ. Man kann es auch anders sehen: Dieser Papst scheut klare Worte nicht, hat aber kein Interesse an zerschnittenen Tischtüchern. Denn wenn das Gespräch verstummt, wird das Getöse meist umso lauter.
1 | Vatikan/Afrika. Elf Tage, vier Länder, 18 Flüge, 16000 zurückgelegte Kilometer: Auf seiner Afrikareise mit Besuchen im muslimischen Algerien und den christlich geprägten Ländern Kamerun, Angola und Äquatorialguinea absolvierte Papst Leo ein Mammutprogramm. Der Dialog mit dem Islam inklusive Moscheebesuch stand in Algerien im Mittelpunkt, Friedensappelle im unter Spannungen und Gewalt leidenden Kamerun, Aufrufe zur Versöhnung in Angola nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs. In Äquatorialguinea mahnte er ein „soziales Klima echter Freiheit“ an. In allen vier Ländern zelebrierte der Papst öffentliche Messen – mit klaren Worten, aber ohne Getöse.
2 | Vatikan/Afrika. Aus Afrika hat Papst Leo am 21. April seinen Vorgänger Franziskus gewürdigt. „Am ersten Todestag unseres geliebten Papstes Franziskus lebt sein Andenken in der Kirche und in der ganzen Welt fort“, so der Papst in einer Botschaft, die bei der Gedenkmesse für Franziskus in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore verlesen wurde. „Sein mutiges Zeugnis ist ein bedeutendes Vermächtnis für die Kirche.“
3 | Libanon. Ein israelischer Soldat, der im südlibanesischen Dorf Debel ein Kreuz geschändet hat, muss ebenso wie der Soldat, der die Tat gefilmt hat, für 30 Tage in Militärhaft. Rund 150 Rabbiner und jüdische Persönlichkeiten entschuldigten sich in einem offenen Brief, auch Ministerpräsident Netanjahu hat sein Bedauern geäußert.
4 | München. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat für sein Bistum die Segnung homosexueller Paare erlaubt und empfohlen. Grundlage ist eine Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der Katholiken, die 2025 verabschiedet wurde.
5 | Cottbus. Der Angriff auf einen evangelischen Pfarrer in Cottbus war offenbar rechtsextrem motiviert. Zwei junge Männer hatten die Haustür eingetreten und dann vor seiner Wohnungstür randaliert. Landesbischof Christian Stäblein verurteilte die Tat scharf. Der Staatsschutz ermittelt.
6 | Trier. Knapp zwei Wochen lang stand der Trierer Dom im Zentrum der „Heilig Rock Tage“. Unter dem Motto Unbegreiflich: Ich hoffe kamen Tausende zu Konzerten, Gottesdiensten, Mitmachangeboten und Meditation. Namensgeber ist der „Heilige Rock“ im Trierer Dom, der als Gewand Jesu verehrt wird.
7 | Berlin. Erzbischof Hubertus van Megen (64) wird neuer Apostolischer Nuntius in Deutschland. Der Niederländer, bisher in Brasilien, Israel, der Slowakei, bei den Vereinten Nationen in Genf sowie 20 Jahre in einigen Ländern Afrikas Vertreter des Vatikans, kommt mit kritischem Blick nach Berlin: Die Kirche in Europa sei geschwächt, die westliche Gesellschaft habe teils ihren Kompass verloren, sagte er 2024 in Kenia.