ihre postLeserbriefe

Null Gespür

Zum Kommentar „Der Papst hat keine Angst“ 

Auf die Invasion im Iran gab es keinen öffentlichen Aufschrei führender Politiker. Gut, dass es wenigstens einen Papst gibt, der nicht einfach mitmacht. Es ist doch wichtig und notwendig, dass unsere katholische Kirche ein Oberhaupt hat, das in der Welt gehört wird.

Frithjof Frotscher, online

Wer in der Nachfolge des Gekreuzigten steht, kriecht nicht vor Trump zu Kreuze. Die Drohungen des amerikanischen Präsidenten gegenüber Papst Leo zeigen, dass er nicht einfach nur gegen eine emanzipatorisch gesinnte Linke, gegen Liberalität und gegen die Demokratie kämpft – sondern er spuckt auch jedem Konservativen ins Gesicht, dem etwas an Werten liegt.

Jonas Christopher Höpken, Oldenburg

Als konvertierter evangelischer Christ stehe ich dem Papsttum kritisch gegenüber. War es nicht unter anderem die enttäuschte Hoffnung auf Veränderung in Rom, die mich für das Lutherische Gedankengut empfänglich gemacht hat? Die frommen und verklärenden Darstellungen von Papst Leo wollen mir nicht gefallen. Niemand mag die Pöbeleien eines Donald Trump, doch die Gegenentwürfe des Vatikan sind völlig unzureichend.

Dr. Joseph Urhahne, Pulheim

Ein amerikanischer Kommentator erwähnte zu Recht, dass Donald Trump nach seinen unsäglichen Ausfällen gegen den Papst und insbesondere nach seiner geschmacklosen Anmaßung durch die „Messias“-Grafik die midterms elections nunmehr verlieren dürfte, weil sich die katholischen Wähler von ihm abwenden werden. Trump hat null Gespür für nichts und niemanden. Diplomatie ist ihm ein Fremdwort. Auch Religionen sagen ihm nichts.

Peter Nyps (online)

Unbegreiflich

Zum Artikel „Glaube ich, was ich bekenne?“

Als Diakon stellt sich mir die Frage nach einem redlichen Glaubensbekenntnis bei jeder Taufe. Seit Jahren frage ich die Eltern und Paten, welche Frage im Glaubensbekenntnis für sie am schwierigsten zu beantworten ist – häufig die Frage nach dem Glauben an Gott. Daher wandle ich die Frage ab: Glaubst du an Gott, den unzählige Menschen vor uns als Vater, als Allmächtigen, als Schöpfer des Himmels und der Erde erfahren und weitererzählt haben?

Martin Kapplmüller, online

Der Physiker und Christ Carl Friedrich von Weizäcker hat vermerkt: „Das Reden von Gott ist erregend unverständlich.“ Gott ist ein Grenzbegriff, der unser Denken übersteigt, aber dadurch uns gerade existenziell betrifft und herausfordert. Insofern ist der Vorschlag des Autors zu begrüßen. Ich sehe zurzeit keinen anderen Text, der unseren Glauben heute besser ausdrücken könnte.

Dr. Dr.h.c. Karl-Heinz Kuhlmann, Bohmte

Mein Vater sagte mir einmal: „Ihr habt es gut: Ihr dürft nachdenken. Bei uns waren Glaubensfragen Glaubenszweifel. Und Glaubenszweifel waren schwere Sünde.“ Ich habe als Pfarrer in vielen Glaubensgesprächen festgestellt, dass die Sätze der offiziellen Glaubensbekenntnisse wie eine Fremdsprache wirken, die man nicht gelernt hat, sondern nur nachsprach.

Dr. Ferdinand Kerstiens, Marl

Das neu verfasste Credo ist wohl formuliert, erscheint mir aber in seiner Aussage unverbindlich und irgendwie beliebig. Auch als eher kritisch eingestellter Christ kann ich das Apostolische Glaubensbekenntnis im Gottesdienst voller Überzeugung sprechen, wohl wissend, dass einige Formulierungen (zum Beispiel die „Jungfrau“ Maria) bildhaft zu deuten sind.

Dr. Joachim Hölle-Gindorf, Trier

Der Versuch von Herrn Scheffler, das Glaubensbekenntnis unserem heutigen Glaubensverständnis sprachlich und auch gedanklich anzupassen, ist sicher ein guter Ansatz. Sehr hilfreich und nachvollziehbar spricht er von Gott dem „Unbegreiflichen“. Aber das ebenso unbegreifliche Glaubensgeheimnis, nämlich, dass dieser unbegreifliche Gott Mensch wird, spricht er weder an noch aus. Nicht alle Glaubensaussagen lassen sich banalisieren.

Christa Herrmann, Konstanz

Ohne klares Bekenntnis zu ihren Wurzeln droht die Kirche, beliebig zu werden. Das Credo der Kirchenväter schafft durch klare biblische Bekenntnisse Identität. Im Credo des Autors sind mir zentrale Glaubensinhalte zu vage ausgesprochen. Da wird christliches Bekenntnis unter den Teppich gekehrt.

Dr. Anfrid Reysen, Bürgstadt

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