Am 8. April wäre der große evangelische Theologe Jürgen Moltmann 100 Jahre alt geworden. Religiosität war für ihn untrennbar mit sozialen, politischen und ökologischen Fragen verbunden und sein akademisches Wirken stets von einer tiefen „Theologie der Hoffnung“ durchdrungen – so auch der Titel seines wohl bekanntesten Werkes. Die frohe Botschaft, aber gerade auch die Erfahrung eines gekreuzigten und mitleidenden Gottes stellten für ihn, der in Kriegseinsatz und Gefangenschaft zu einem tiefen Glauben gefunden hatte, einen Auftrag für Christinnen und Christen dar. Ein Auftrag, selbst aktiv an der Gestaltung einer besseren, friedlicheren Welt mitzuwirken.
Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle seine lange wie prägende Ehe mit der feministischen Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel, mit der er vier Töchter hatte. Am 3. Juni 2024 verstarb Moltmann mit 98 Jahren in Tübingen. Mit Blick auf unsere gegenwärtige Welt kann uns sein 100. Geburtstag als Einladung dienen, wieder das eine oder andere Buch von ihm zur Hand zu nehmen, denn er hat auch – ja, vielleicht gerade – uns und unserer Zeit eine Menge zu sagen!