Matthias Lutz-Bachmann hat im letzten Heft über Jürgen Habermas’ eindrucksvolle Beerdigung in christlichen Formen berichtet und dabei den ernsthaften inhaltlichen Gedankenaustausch mit seinem Freund über den Tod hinaus verlängert. Nach seinem letzten magistralen Werk „Auch eine Geschichte der Philosophie“, in dem Habermas das Verhältnis von Glauben und Wissen inspizierte, hatte sich sein Verhältnis zur Religion noch einmal verstärkt. Für unaufgebbar nützlich hatte er sie schon lange gehalten. Wie er zu dem transfunktionalen, „übernützlichen“ Kern des biblischen Monotheismus stand, hatte Eckhard Nordhofen in den Stimmen der Zeit 11/2020 schon einmal untersucht. Der folgende Text spitzt diese Frage mit einem Seitenblick auf die vielstimmigen Nachrufe aus der Perspektive der ersten Person Singular zu.
Von Eckhard Nordhofen