Anzeige: Gott? Ein Streitgespräch. Von Johannes Hartl und Konrad Paul Liessmann
Stimmen der Zeit Titelblatt September 2026

Über diese Ausgabe

Artikel

  • Plus S. 643-653

    Moderate WechselwählerUS-Katholiken und die Republikanische Partei

    Benjamin Dahlke schildert in einem historischen Abriss, warum selbst ein persönlich nicht religiöser Politiker wie Donald Trump, dessen Lebensführung keineswegs den gängigen moralischen Vorstellungen entspricht, die Unterstützung von konservativen Christen in den USA erfahren konnte und kann. In den frühen Jahren der US-amerikanischen Demokratie neigten katholische Wähler noch der „Democratic Party“ zu. Dahlke, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, wagt abschließend einen Ausblick auf die Präsidentschaftswahlen 2028.

  • Gratis S. 657-662

    Aktualisierung der Gottesfrage?Münster als Mekka der islamischen Theologie

    Heinz Werner Wessler, Professor für Indologie am Institut für Linguistik und Philologie der Universität Uppsala und Mitglied im Redaktionskreis der schwedischen Jesuiten-Zeitschrift „Signum“, beobachtet widersprüchliche Entwicklungen an europäischen Universitäten: Während in Schweden die konfessionell ausgerichtete Theologie schwindet, investiert Deutschland in den Aufbau von Instituten insbesondere für die Islamische Theologie. In Münster etwa entsteht eines der größten Zentren Europas. Profitieren auch die christlichen Theologien von dieser Entwicklung?

  • Plus S. 663-669

    Das postchristliche SchwedenWo das Heilige wieder einzieht

    Dominik Terstriep SJ ist Pfarrer der St. Eugenia-Gemeinde in Stockholm und Dozent für Dogmatische Theologie am Newman-Institut in Uppsala. Über die letzten Jahre beobachtete er ein wachsendes Interesse der Schweden an Religion. Die bislang vorherrschende Säkularität ist nicht mehr der selbstverständliche Ausgangspunkt, sondern eine Perspektive unter anderen. Terstriep stellt mit David Thurfjell und Joel Halldorf zwei schwedische Denker vor, die das Wiedererwachen des Religiösen unterschiedlich begründen.

  • Plus S. 673-681

    Gewissen, Lehre, TraditionJohn Henry Newman und die Form christlicher Treue

    Der englische Heilige Kardinal John Henry Newman CO (1801-1890) wurde im November 2025 von Papst Leo XIV. zum „Kirchenlehrer“ erhoben und darf damit in einer Reihe neben Augustinus von Hippo, Hildegard von Bingen oder Thomas von Aquin genannt werden. Newman war erst in der Mitte seines Lebens vom anglikanischen zum katholischen Glauben konvertiert. Piotr Biegasiewicz, Essayist, Ökonom und Jurist, stellt das Wirken und Denken des britischen Kirchenlehrers vor, der in Zeiten der voranschreitenden Säkularisierung und der Moderne nach Wegen suchte, dem Christentum treu zu bleiben.

  • Plus S. 685-693

    Situative PolitikGraciáns „Handorakel“ als Lehre der Komplexitätstoleranz

    Als der spanische Jesuit Baltasar Gracián (1601-1658) ein kleines Taschenbuch mit versammelten Aphorismen und Weisheiten zusammenstellte, konnte er noch nicht ahnen, wie weitreichend es bis heute rezipiert werden würde. Johanna Schumm, Literaturwissenschaftlerin an der LMU München, verfasste zu Gracián und seiner Wirkung die Forschungsarbeit „Witz und Fülle. Oder was heißt barock?“ (Konstanz 2024, Rezension auf S. 709 in diesem Heft). In diesem Beitrag untersucht sie Graciáns „Handorakel und die Kunst der Weltklugheit“ (1647) aus literaturwissenschaftlicher Perspektive.

  • Plus S. 695-706

    Theosis und TheonikDer Mensch zwischen Theologie, Technik und Transhumanismus

    Künstliche Intelligenz beschleunigt die technische und digitale Entwicklung. Dabei wird der Mensch zunehmend funktionalisiert oder zum Produkt degradiert. Gleichzeitig steht hinter diesen Entwicklungen eine Ideologie, die den Menschen zum Gott erheben will. Der technologische Transhumanismus verfehlt aber den „wahren Menschen“, weil er diesen auf eine Weise zu transzendieren trachtet, die weder seiner Natur noch seiner eigentlichen Berufung entspricht. Die wahre Vergöttlichung des Menschen ist nur von Christus her und durch die Gnade Gottes möglich. Dies hat auch Einfluss auf Überlegungen zu einer idealen Technik zur größeren Ehre Gottes. Jan Juhani Steinmann lehrt Philosophie an der LMU München und an der Universität Wien.

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