Der Münchner Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber (1869-1952) war ein machtbewusster Kirchenfürst, ein politischer Vordenker, ein hochgelehrter Theologe und ein internationaler Netzwerker. Umstritten ist er heute wegen seiner Kriegsrechtfertigungen, seiner Kritik an der Weimarer Republik und wegen seines Verhaltens im Dritten Reich. Das DFG-Projekt „Faulhaber-Edition“, verantwortet von Hubert Wolf und Andreas Wirsching, bearbeitet und digitalisiert seit 2014 die Tagebücher und Beiblätter Faulhabers und kommt nun zum Abschluss. Philipp Gahn, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts, hebt in seiner Einordnung des Kardinals die Bedeutung der Kategorie des Repräsentanten hervor.
Von Philipp Gahn