Danke für Ihren Mut, danke für alles, was Sie unserem Land gegeben haben.“ Mit diesen Worten würdigte Natalie Pawlik, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, die Lebensleistung türkischer Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter. Mit einem Festakt wurde am Dienstag in Berlin an den Abschluss des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens vor 65 Jahren erinnert: Am 30. Oktober 1961 schloss Deutschland mit der Türkei eine Vereinbarung zur Entsendung von Arbeitern, um den gestiegenen Bedarf an Arbeitskräften in den Jahren des Wirtschaftswunders zu decken. 900000 Türkinnen und Türken kamen bis zum Ende des Abkommens nach Deutschland.
Necla Kelek hat mir im Gespräch einen Einblick in die Gefühlswelt ihrer Landsleute und die Herausforderungen gewährt, sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Die Soziologin und Publizistin kam als Kind aus Istanbul nach Deutschland und wirbt heute für die Eigenverantwortung eingewanderter Menschen und einen aufgeklärten Islam. Doch auch die Seite der „Gastgeber“ bleibt gefordert. Die Angst vor dem Fremden sei das „Gift jeder freiheitlichen Gesellschaft“, mahnte Bundeskanzler Merz beim Festakt.