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Verhältnisfrage

Zum Interview mit der Caritaspräsidentin 

Eva Maria Welskop-Deffaa hat Recht: Die Linkspartei ist nicht die AfD. Und der Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linkspartei kommt an seine Grenzen. In Sachsen beispielsweise übernimmt eine gemäßigte Linke staatspolitische Verantwortung, indem sie dem Haushalt der Minderheitsregierung zustimmt. Aber Berlin zeigt eben auch: Wo eine Partei Positionen oder Menschen akzeptiert, die politisch extrem und verfassungsfeindlich agieren, ist mit ihnen kein Staat zu machen. Ein neues Verhältnis muss deswegen nicht die CDU bestimmen, sondern die Extremen von rechts und links.

Thomas Arnold, Dresden

Da geht Frau Welskop-Deffaa mit der Berliner Linken aber sehr behutsam um. Der Beitrag von Klaus Mertes über die Hamas im selben Heft sei ihr deshalb dringend zur Lektüre empfohlen. Vielleicht verhilft er dazu, den Begriff Islamophobie in Beziehung zum Islamismus in seiner wörtlichen Bedeutung wahrzunehmen: Islamfurcht.

Walter Ott, Weingarten

Gewaltlos

Zur Bildnachricht „Was die Jugend mit der NATO verbindet“

Dass die NATO als Friedenspreisträger des Westfälischen Friedens genannt wird, ohne zu erwähnen, dass es viele Proteste dazu gab und einen alternativen Preis des Westfälischen Friedens, finde ich enttäuschend. Im Evangelium lese ich nichts davon, dass Jesus einem Militärbündnis beigetreten ist, weil Judäa von den Römern besetzt war. Da finde ich einen kraftvollen, mutigen und klugen gewaltlosen Widerstand.

Anne Schoonhoven-Häffner, Essen

Klare Kante

Zur Pressefrage

Die einzige rational nachvollziehbare Antwort auf die Frage, ob katholische und evangelische Bischöfe Spitzenvertreter der AfD zu Gesprächen treffen sollten, liefert Joachim Frank. Wenn sich die Bischöfe dem Gespräch verweigern, setzen sie ein deutliches Zeichen gegen Hass, Menschenverachtung, Rassismus, Geschichtsverleugnung und stellen sich so auf die Seite derjenigen, die mit Billigung der AfD von Nazis und Rassisten gejagt und verfolgt werden würden. Man darf einem irregeleiteten AfD-Wähler verzeihen, wenn er seinen Fehler einsieht, aber nicht den Parteispitzen. Wir müssen endlich aufhören, die AfD als normale demokratische Partei zu betrachten und zu behandeln.

Andreas Pfichner, Unterhaching

Die Kirchen sollten meines Erachtens immer grundsatzpolitisch sein. Jesus war parteiisch an der Seite der Ausgegrenzten, ihm werden drastische Schimpfworte zugeschrieben. Konsequent rät uns der Kirchenvater Augustinus: „Den Irrtum muss man hassen, den Irrenden lieben.“ Deshalb klare Kante gegen das Parteiprogramm der AfD und die Verfasser („das Unrecht hat immer einen Vor- und Nachnamen“, wie der kolumbianische Bischof Gregorio Garavito Jimenez sagt) und unter Mitmenschen den Austausch suchen.

Wolfgang Hock, Johannesberg

Neue Fakten?

Zum Beitrag „Grenzen der Gewissheit“

Der ungestüme Umgang mit den „geheiligten“ technischen Medien ließ eine Berechenbarkeit unseres Lebens erahnen, die transzendentale Wesenszüge unseres Daseins der irrationalen Märchenwelt zuordnete. Wie nötig wäre eine demütige Rückbesinnung auf ehrfürchtiges Empfinden, wie sie Immanuel Kant beim Blick auf den „bestirnten Himmel“ zuteilgeworden ist! Den Gott der Bibel angesichts der kosmologischen Dimensionen in Raum und Zeit auch als Weltenschöpfer zu erkennen, würde vielen der technokratisch Verblendeten die Augen öffnen.

Wolfgang M. Wettlaufer, Tübingen

Herzlichen Dank für die anregenden Gedanken zu Wissen und Glauben! In Zeiten alternativer Fakten kommen alt-neue Aspekte hinzu. Auch Wissen hat nicht nur mit realen Erscheinungen zu tun. Es braucht offensichtlich eine gewisse Bedeutsamkeit, damit wir Fakten zu etwas machen, an das wir glauben. Dabei kann Glauben so weit gehen, dass er nichts mehr mit Wissen zu tun hat. Vielleicht geht das eine nicht ohne das andere und beide müssen immer wieder aneinander überprüft werden?

Peter Zürcher (online)

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