Eine Operation, persönliche Angriffe, kirchliche Umbrüche: Die Nachrichten dieser Woche erzählen auf je eigene Weise von der Verletzlichkeit des Menschen. Das Gebot lautet Achtsamkeit – sich selbst wie anderen gegenüber. Hinter dem modisch klingenden Ideal verbergen sich so alte wie bleibend gültige christliche Tugenden: Klugheit, die Folgen des eigenen Handelns zu bedenken, Mut, für Gerechtigkeit einzustehen, sowie die Liebe als Richtungsweiserin. In den Sozialen Medien wäre ihr Slogan: „Folgt mir gerne!“
1 | Rom. Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt. Bei einer Operation, der er sich am Dienstag unterzog, wurde ein zuvor lokalisierter Gewebeknoten als bösartiger Tumor identifiziert. Dem 71-Jährigen wurde daraufhin ein Lappen der rechten Lunge entfernt. Die Operation sei erfolgreich verlaufen, teilte der Vatikan mit. Papst Leo soll noch etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben. Weitere Behandlungsschritte wurden bisher nicht bekanntgegeben.
2 | Berlin. Nach dem Rücktritt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat Karl Jüsten, der Leiter des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, einen achtsameren Umgang in der Politik angemahnt. Bas gab ihre Ämter Anfang der Woche aus persönlichen Gründen ab, beklagte aber auch öffentliche Angriffe auf ihre Person. Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa sprach von „inakzeptablen persönlichen Anfeindungen“ und einer Kultur, in der Politik nicht erfolgreich sein könne.
3 | Traunstein. Der Prozess eines Missbrauchsopfers gegen das Erzbistum München und Freising ist mit einem Vergleich abgeschlossen worden. Laut Landgericht Traunstein verständigte man sich auf die Zahlung eines Schmerzensgeldes. Der Ausgang des Falls gilt als richtungsweisend, da der Betroffene nicht beweisen musste, dass spätere Lebensprobleme allein durch den Missbrauch ausgelöst wurden. Es genügte die Darlegung der Tat als Mitursache.
4 | Stuttgart. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart nimmt die geplante Strukturreform Gestalt an: Aus bisher 1019 Kirchengemeinden sollen in den kommenden Jahren 73 „Raumschaften“ werden, wie nun bekannt gegeben wurde. Bei einer Befragung vor Ort über die Zusammensetzung der künftigen Einheiten hätten sich mehr als 1000 Gemeinden beteiligt. Bischof Krämer wertete das „phänomenale Ergebnis“ als eine große gemeinschaftliche Leistung.
5 | Genf. Erzbischof Paul Richard Gallagher, der Außenbeauftragte des Papstes, hat mehr internationale Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen gefordert. Bei einer Sitzung des UN-Flüchtlingshilfswerk erinnerte er an die Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention vor 75 Jahren. Es sei besorgniserregend, dass darin grundgelegte Mindeststandards wie die Anerkennung der Menschenwürde oder das Zurückweisungsverbot zunehmend politisch untergraben würden.
6 | Wiesbaden. Die Zahl der Suizide in Deutschland ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr haben sich 11334 Menschen das Leben genommen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Stiftung Depressionshilfe forderte einen Ausbau der Präventionsangebote.
7 | New York. Deutschland ist ab nächstem Jahr wieder Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Es wurde von der Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit gewählt. Das Gremium überwacht die weltweite Menschenrechtslage und kann unabhängige Sonderberichterstatter in Länder entsenden. Den zweiten Sitz zur Vertretung Westeuropas erhielt Irland.