Ein Vorbild
Zum Wochenrückblick „Verantwortlich“
Warum stellt man die Vorwürfe gegen Mutter Teresa „einfach so“ in den Raum, ohne aktuellen Bezug und ohne gleichzeitig Stellung zu beziehen? Vielleicht fragt man einmal die Inder selbst, wie sie Mutter Teresa wahrgenommen haben und heute noch bewerten. Ich kann Ihnen die Antwort geben: Wegen ihres außergewöhnlichen Lebens wurde sie anlässlich ihres Todes mit einem sehr großen Staatsakt geehrt. Sie hatte quer durch die gesamte Gesellschaft allerhöchste Akzeptanz. Bis heute gilt: Die allermeisten Inder kennen und schätzen Mutter Teresa. Sie stand für Würde, Hoffnung und Leben! Der deutschen Kirche würde es guttun, wenn sie sich mehr als bisher ein Beispiel am Glauben und Leben dieser Frau nehmen würde.
Raymund Schreinemacher, Düren
Brandstifter?
Zum Kommentar „Die zweite Brandmauer“
Dass sich CDU, SPD, Grüne und Linke mit sehr vielen gesellschaftlichen Gruppierungen, einschließlich der Kirchen, im Kampf für die Demokratie einig sind, empfinde ich als großes Glück. Dass es deswegen „keine gravierenden Konflikte“ mehr gibt, sich „alle einig sein“ müssen, gar eine „zweite Brandmauer“ hochgezogen wird, kann ich nicht erkennen – weder in den Parteien noch in den Kirchen. Politische Äußerungen von Kirchenvertretern sind für mich notwendige Beiträge zu dem von Ihnen geforderten „gepflegten Streit“.
Hermann Opgen-Rhein (online)
Eine freiheitliche und soziale Demokratie lebt von und mit einer kommunikativen Vernunft, die die Anerkennung der anderen einschließt. Wo diese aber verweigert wird, kann es zur AfD keinen Zugang geben. Ich bin den Kirchenleitungen für ihre deutliche Abgrenzung und ihr unbedingtes Eintreten für die Grund- und Menschenrechte dankbar.
Dr. Bernd Weber, Münster
„Nur wenn diesseits der Brandmauer nicht nur der gepflegte Streit wieder mehr möglich wird, ohne moralische Herabsetzung und apodiktische Werturteile, sondern die akzeptierte Bandbreite an Meinungen und Anschauungen auch in Kirchen, in Gremien und Gemeinden wieder Alltag wird, wird jenseits der Brandmauer die dortige Hydra zu bezwingen sein.“ – Das dürfte die entscheidende Quintessenz des Artikels sein. Aber in unserer Gesellschaft und in unseren Kirchen wird leider nicht entsprechend gedacht, geredet und gehandelt. Und das ist es, was unsere Demokratie eigentlich gefährdet, die AfD ist es erst in zweiter Linie.
Dr. Roger Spenner (online)
Unsere Schullektüre war Biedermann und die Brandstifter. Das trifft die gescheiterte Unionsstrategie, auch in anderen Ländern erfolglos, durch Übernahme einzelner AfD-Forderungen sich anzubiedern, anstatt bewusst den eigenen Weg einzuschlagen, ein ökosoziales Projekt, so wie es die Caritas-Präsidentin versuchte, und dafür mit voller Überzeugung zu werben, einzustehen und zu arbeiten
Engelhard Troll, Kirchweidach
Gleichzeitigkeit
Zum Artikel „Wofür kämpfen?“
Was mich in der innerkirchlichen Diskussion stört, ist die mangelnde Wertschätzung des „Schweigens der Waffen“ durch eine hinreichende und glaubwürdige Abschreckung. In der innerkirchlichen Diskussion gibt es oft nur die beiden Dimensionen Krieg und Frieden. Die reale Welt dagegen ist geprägt von der Gleichzeitigkeit von friedlichem Zusammenleben und aggressivem Machtstreben mit willkürlicher Drohung und Anwendung von Gewalt. Glaubhafte Abschreckung zur Wahrung des Nichtkriegs ist noch nicht der Friede, verhindert aber großes Leid und kann als erster Schritt zur Entspannung dienen. Wir sollten diesen Dienst zum Frieden hochschätzen!
Hans Bauer (online)
Freiwillig
Zum Interview der Woche
Die Gedanken von Klaus Mertes zum Zölibat sind gut nachvollziehbar. Allerdings: Der Pflichtzölibat wurde von der Amtskirche erst 1139 festgelegt. Die Hintergründe haben sich längst überholt, sodass die Entscheidung heute freiwillig sein sollte. Die Beibehaltung von Dogmen der Amtskirche über Jahrhunderte macht die Institution unglaubwürdig, da sie von den Gläubigen der Jetztzeit nicht mehr nachvollziehbar ist.
Dr. Leo Dolleschel (online)