Kraft schöpfen
Zum Leitartikel „Auszeit für den Messias“
Gute Gedankengänge werden da erschlossen. Diese können auch mir helfen für Krankheit- und Todesfälle in meiner Umgebung. Ich wünschte, dass viele Prediger solche Artikel lesen, beherzigen und weitergeben.
Reinhold Becker, Nauheim
Es ist überwältigend, Jesus in jene Einsamkeit zu folgen, aus der heraus er Kraft für sein öffentliches Wirken schöpfte. Er zog sich in die Stille zurück, wenn ihm der Trubel zu viel wurde, und er wollte ganz allein für sich sein, wenn er wichtige Entscheidungen zu treffen hatte.
Dr. Klaus Beurle, Würzburg
Hoffnung?
Zum Kommentar „Dem Hass widerstehen“
Es ist recht und total in Ordnung, dass jeder Mensch hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung so leben kann, wie er das möchte. Es ist allerdings auch Fakt, dass in unserer Gesellschaft Menschen unterschiedlicher Kulturen akzeptiert und unterwegs sind, die von ihrer „religiösen“ Orientierung her größte Probleme haben, den Spagat zu unserer freiheitlichen Ordnung zu bewältigen. Das sehe ich als dauerhaften gefährlichen Zündstoff an.
Franz Hench (online)
Die Bewahrung der eigenen Identität mit Wurzeln in einer nichtdeutschen kulturellen Herkunft ist vereinbar mit der Anerkennung einer freiheitlichen, gleichberechtigten und Minderheiten schützenden Gesellschaft. Das geht – aber es erfordert die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und den ernsthaften Dialog zu suchen, anstatt von vorneherein und fatalistisch-kulturpessimistisch der Sache nicht mal eine Chance zu geben. Ich habe Hoffnung, und meine Gespräche mit Geflüchteten, Menschen der sogenannten Gastarbeitergeneration, Deutschen aus Russland, Musliminnen und Muslimen und vielen mehr bestärken mich darin.
Martin Zimmermann (online)
Unchristlich?
Zum Interview „Es gibt eine Sehnsucht nach Bürgerlichkeit“
Was wird selbst in kirchlichen Medien nicht alles unternommen, um einen Wahlerfolg der AfD zu verhindern. Dabei wird ähnlich wie in TV-Talkshows überwiegend über sie geredet, anstatt Vertreter dieser Partei selbst zu Wort kommen zu lassen. Wer sie vorschnell als ausgrenzend, undemokratisch, ja sogar unchristlich hinstellt, übersieht, dass er mit Ausgrenzung und Dialogverweigerung selbst höchst undemokratisch und unchristlich handelt.
Simon Kirschner, Gaimersheim
Balanceakt
Zum Artikel „Bin ich reif?“
Mit der neuen Rahmenordnung der Deutschen Bischofkonferenz für die Priesterausbildung wird ein guter Schritt voran gegangen, junge Männer aufs Priesteramt vorzubereiten. Allerdings rührt niemand am springenden Punkt für die künftigen Priester. Das ist nämlich die strukturell-klerikale Frage, wie sie denn in den Spannungsfeldern pastoraler Tätigkeiten auf Dauer redlich und gedeihlich eine Balance leben können zwischen (möglicherweise) zuviel Macht und (möglicherweise) zu wenig empfangener menschlicher Liebe. Soll man angesichte dessen den Frauen ernsthaft das Weiheamt eröffnen?
Reinhard Grave, Belm
Im Halbkreis
Zum Beitrag „Gehen“
Der Autor schreibt: „Wenn Sie zur Kommunion nach vorne gehen, ist das nicht Schlangestehen wie an der Kasse...“ Doch! Es ist Schlangestehen und fühlt sich auch so an. Manchmal wird auch gedrängelt oder überholt. Glücklicherweise gehöre ich seit einem Umzug vor drei Jahren zu einer Gemeinde, wo es seit langem eine andere, würdigere Praxis gibt: Die Gläubigen stellen sich im Halbkreis auf. Die kommunionausteilende Person reicht jedem die Hostie. Nachdem alle im Kommunionkreis ihre Hostie in der Hand haben, wird der Kommunionspruch gesprochen und danach erst essen die Gläubigen die Hostie. So ist wenigstens eine Spur von Mahlgemeinschaft spürbar, die ansonsten in den Eucharistiefeiern überhaupt nicht erlebbar ist.
Elisabeth Weißenhorn-Höfle, Kaufbeuren