Der Buckelwal Timmy (oder „Hope“) ist seit Monaten tot, doch der Medienrummel um den gestrandeten Meeressäuger ist noch nicht vorbei. Nachdem die Premiere des Theaterstücks Timmy – die Hope stirbt zuletzt hohe Wellen schlug, plant das Ernst Deutsch Theater in Hamburg jetzt den nächsten Aufführungstermin. Regisseur Alexander Klessinger sieht sein Stück als Satire – auf jene, die die Walrettung für ihre eigenen Zwecke nutzten, und irgendwie auch aufs Christentum.
Denn auf der Bühne verschwimmen die Grenzen zwischen Tierschutz und Religion. Weihrauchduft liegt in der Luft, ein Plastikwal wird auf einen Altar gelegt und später sogar gekreuzigt. Dass eine solche Darstellung in der Kirche nicht nur auf Gegenliebe stößt, war eingepreist. So nannte der Bonner Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards die Symbolik „von der Dimensionierung her verfehlt“. Doch auch säkulare Zuschauer waren nicht durch die Bank begeistert. Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann, der zeitweise direkt an den Rettungsversuchen beteiligt gewesen war, gab nach der Prämiere eine klare Einschätzung: „Mit einem Wort – Mist.“