Friede ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.“ Der auf Baruch de Spinoza zurückgehende Aphorismus betont die Bedeutung von Gerechtigkeit, Teilhabe und der Verfügbarkeit ganz alltäglicher Lebensgüter. Wenn uns in einer Zeit ständig neu aufflammender Konfliktherde also schon handfeste Friedensnachrichten verwehrt sind, seien hier zumindest ein paar kleine Schritte in dessen Richtung gesammelt.
1 | Rom. Die Zahl der Hungernden weltweit ist laut dem aktuellen UN-Jahresbericht zur globalen Ernährungssicherheit erneut gesunken. Bei einem Rückgang von 8,1 auf 7,8 Prozent der Weltbevölkerung unter Hunger im vergangenen Jahr sprechen die Experten von einer langsamen, aber stetigen Verbesserung. Gleichzeitig drohten Handelsunterbrechungen infolge internationaler Konflikte, Wetterextreme und Kürzungen der öffentlichen Entwicklungshilfe die Fortschritte im Kampf gegen den weltweiten Hunger zu untergraben.
2 | Freiburg. Die private Spendenbereitschaft scheint dagegen auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten stark zu bleiben. So konnte das Hilfswerk Caritas international in seiner Jahresbilanz mit knapp 40 Millionen Euro ein konstant hohes Spendenniveau verzeichnen.
3 | London. König Charles III. von England hat offenbar den traditionellen Titel „Verteidiger des Glaubens“ abgelegt. Stattdessen wird er im diesjährigen Rechenschaftsbericht des Königshauses als „Beschützer für den Raum für Glauben in einer multireligiösen Nation“ betitelt. Die von konservativen Christen kritisierte Entscheidung hat sich bereits in früheren Äußerungen des Königs abgezeichnet, sich für die Verständigung der Religionen einsetzen zu wollen.
4 | Vatikan. Eine seiner zentralen Botschaften hat Papst Leo XIV. nun als Buch veröffentlicht: Der bisher auf Italienisch erschienene Band Disarmata e disarmante („Unbewaffnet und entwaffnend“) sammelt Aussagen des Pontifex zum Frieden. Dieser beginne auch mit alltäglichen Gesten, schreibt er im Vorwort. „Wir können von den Mächtigen dieser Welt keinen Frieden verlangen, wenn wir nicht selbst damit beginnen, ihn zu leben“, so Papst Leo.
5 | Wien. Zur Friedenssicherung trägt auch eine freie Presse bei. Dementsprechend will Österreich die Zustellung und digitale Transformation von Tages- und Wochenzeitungen bis 2028 mit je 45 Millionen Euro fördern. Mit der Investition wolle man „Nachrichten an jede Adresse“ garantieren.
6 | Nürnberg. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern hat sich im vergangenen Jahr verringert. Die Differenz ging laut Bundesagentur für Arbeit 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent zurück. Beim sogenannten unbereinigten Gender-Pay-Gap spielen vor allem unterschiedlich gut bezahlte Berufsfelder eine entscheidende Rolle.
7 | Braunau. „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus.“ Diese Mahnung steht auf einem Gedenkfelsen vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers im österreichischen Braunau. In dem Gebäude wurde nach jahrelangem Rechtsstreit nun die örtliche Polizeistation eröffnet. Mit der Nutzung will man die Stätte überwachen und „Pilgeraktivitäten“ von Neonazis verhindern.