DAS WEIZEN-UNKRAUT-GLEICHNIS (MT 13,24–30): Hartnäckig wie Giersch Wie die christliche Botschaft allen irdischen Verfehlungen trotzt. Von Klaus Nelißen 19.7.2026, Religiöser Leitartikel / 1 Kommentar Diesen Artikel jetzt lesen! Im Abo Ihr Plus: Zugriff auch auf alle anderen Artikel im Abo-Bereich 4 Hefte + 4 Hefte digital 0,00 € danach 75,40 € für 26 Ausgaben pro Halbjahr + Digitalzugang inkl. MwSt., zzgl. 27,30 € Versand (D) 4 Hefte digital 0,00 € danach 68,90 € für 26 Ausgaben pro Halbjahr im Digitalzugang inkl. MwSt., Im Abo Im Digital-Abo Abo testen Digital-Abo testen Sie haben ein Abonnement? Anmelden Teilen Teilen Whatsapp Mailen Überschrift Artikel-Infos Autor Klaus Nelißen Klaus Nelißen ist stellvertretender Rundfunkbeauftragter der NRW-Diözesen beim WDR. Darüber hinaus wirkte der Pastoralreferent des Bistums Münster und ausgebildete Journalist bis Frühjahr 2019 für die katholischen ARD-Beauftragten bei funk als Ansprechpartner. Nelißen ist Mitinitiator des christlichen YouTuber-Wettbewerbs 1-31.tv. Diskussion Kommentieren 1 Kommentar Von Kleinbauer am 16.07.2026 Die Zuhörer in Galiläa, mit dem Landleben vertraut, wussten damals genau, was Jesus hier in Gegenüberstellung brachte: den Weizen, das wertvolle Brotgetreide, das, anders als die genügsame Gerste, sehr guten Boden braucht, und – so wörtlich im griechisch überlieferten Text – den Taumellolch (zizania). Nicht von „Unkraut” allgemein sprach Jesus nämlich, sondern von einer ganz bestimmten Unkrautart. Die Botaniker nennen sie „Lolium temulentum”. Es ist ein Gras, das, so ein kundiger Experte, „dem jungen Weizen sehr ähnlich” sieht und auf dessen Körnern sich fast immer ein Pilz ansiedelt, der „das giftige Alkaloid Temulin (C7H12N2O)” produziert. Geraten die Lolchkörnerin entsprechender Konzentration mit ins Mehl hinein, führt das, so der Fachmann, zu „Schwindel und anderen unangenehmen Folgen, gelegentlich sogar zum Tod” (Hepper, PFLANZENWELT DER BIBEL, Stuttgart 1992, 88). Ebenso – das also will die Gegenüberstellung von Lolch und Weizen sagen – ist es mit dem Reich Gottes in dieser Welt: Da ist der gute, nahrhafte „Weizen”, und dicht daneben, dem Echten und Nahrhaften sehr ähnlich, gedeiht das Giftige, Krankmachende und Tötende ... Der Weizen, nur der saubere Weizen darf also in die Scheune gebracht werden - zum einen, damit keiner ins „Taumeln” kommt, sich den Magen verdirbt oder gar krank wird, wenn aus dem Mehl das Brot gebacken und gegessen wird. Zum anderen, damit der Lolch, wenn ein Teil des Weizens im nächsten Jahr wieder ausgesät wird, sich nicht von neuem vermehrt.Die Quintessenz dieses oftmals leider sinnentstellt ausgelegten Evangeliums lautet also: Neben dem kostbaren „Weizen” des Reiches Gottes wächst immer auch – auf jedem Acker: dem Acker der Welt, dem Acker der Kirche, dem inneren Ackerland eines jeden Menschenherzens – der „Lolch” empor, der dem Echten und Kostbaren des Evangeliums auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht und doch Gift ist und krank macht: "Gebt acht, was ihr in eure Scheunen bringt! Achtet darauf, wovon ihr euch und eure Kinder ernährt – und darauf, was ihr in Pastoral und Glaubensverkündigung aussät auf den Acker der Welt!" Reinhard Körner schreibt wörtlich, ja im Zuge der Aufarbeitung geistlichen Missbrauchs geradezu prophetisch: "Zum Weizen gehört, was nährt, was aufbaut und was heilt; dem Unkraut ist zuzurechnen, was den Hunger nach Wahrheit nicht stillt, was gekünstelt und gestelzt daherkommt, was Angst und eng macht und was deformiert. Der Weizen - das ist die Art von Glaube und Spiritualität, die zuallererst, vor jeder Theologie und vor jeder Frömmigkeit, Gott die Liebe glaubt, die er zu uns - zu mir - hat. Es ist die Art von Menschsein, die auf diesen Gott baut und ihn zum Lebensgefährten zu machen wagt." (Reinhard Körner, Trilogie "Jesus für Kleinbauern") Antworten Schreiben Sie eine Antwort Angemeldet kommentieren Als Gast kommentieren Anmeldung E-Mail * Passwort * Passwort vergessen? Angemeldet bleiben Anmelden Diese Angaben benötigen wir von Ihnen. Ihre E-Mail-Adresse zeigen wir nicht an. 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Klaus Nelißen Klaus Nelißen ist stellvertretender Rundfunkbeauftragter der NRW-Diözesen beim WDR. Darüber hinaus wirkte der Pastoralreferent des Bistums Münster und ausgebildete Journalist bis Frühjahr 2019 für die katholischen ARD-Beauftragten bei funk als Ansprechpartner. Nelißen ist Mitinitiator des christlichen YouTuber-Wettbewerbs 1-31.tv.