Monatsspruch Dezember 2026, Jesaja 11,7 (LU17):
Kuh und Bärin werden zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.
Wir leben nicht in Frieden mit den Tieren. Wir nehmen ihnen immer mehr von ihren Lebensräumen weg für unser Leben und unseren Profit. Wir missachten ihre Bedürfnisse, indem wir sie in enge Ställe zwängen und zu Schlachthöfen karren. Wir züchten sie als sogenannte Nutztiere, gebrauchen, töten und essen sie. Millionenfach. Als Gegenwelt dazu werden in Sozialen Medien besonders gern Tiervideos geteilt, die Frieden unter den Tieren und zwischen den Tieren und Menschen zeigen: Wir sehen eine Katze, die einen Vogel liebevoll in ihrem Körbchen zwischen den Pfoten hält und nicht auffrisst. Oder einen Bären im Zoo, der das ins Gehege heruntergefallene Menschenkind aufhebt und seiner Mutter zurückgibt. Das rührt uns an. Das ist unsere Sehnsucht nach einer heilen Welt. So soll es sein!
Wir leben nicht im Frieden mit den Menschen. Streit und Kriege in der Welt zeugen davon. Jetzt vor Weihnachten tut das besonders weh. Wir hören davon, dass wir alle zum Frieden bestimmt sind, und wir sehen täglich, dass wir es doch nicht schaffen, friedlich zu leben. Wir sehnen uns nach Frieden und nach einer heilen Welt! Friede soll sein!
Bei Jesaja in der Bibel heißt diese heile Welt „Messianisches Friedensreich“. Darauf warten die Jüdinnen und Juden und auch wir Christenmenschen. In diesem Reich, das der Messias bringen wird, liegen Tiere, die sich sonst jagen und auffressen, friedlich beieinander: „Da wird ein Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen und ein Junge wird sie leiten. Kuh und Bärin werden zusammen weiden, ihre Jungen beieinander liegen und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.“ (Jesaja 11,6–7) In dieser Welt ernähren sich alle von den Pflanzen, so wie es am Anfang der Schöpfung gedacht war. Keiner muss sterben, damit ein anderer leben kann.
Besonders im Advent träumen wir von dieser Welt. Wir sehnen andere Zustände herbei: Frieden bei den Menschen und unter den Tieren. Und zwischen ihnen. Kein Tier wird ein anderes reißen. Menschen werden keine Tiere mehr töten und Tiere keine Menschen. Alle leben friedlich miteinander auf der Erde. Ein Traum! Zu schön, um wahr zu sein?! In unsere Krippen sind längst Ochs und Esel eingezogen und oft auch Schafe, Ziegen und unzählige Tiere mehr. Sie alle stehen zusammen mit Jesus, Maria und Josef für diesen Traum vom Frieden. Wer das Messianische Reich sehen will, schaue die von Chagall entworfenen Wandteppiche in der Knesset in Jerusalem an. Oder singe davon, gern auch weltlich-messianisch mit Rio Reiser (Der Traum ist aus):
Ich hab‘ geträumt, der Winter wär‘ vorbei.
Du warst hier und wir waren frei, und die Morgensonne schien.
Es gab keine Angst und nichts zu verlieren.
Es war Friede bei den Menschen und unter den Tieren.
Das war das Paradies.
Der Traum ist aus – der Traum ist aus,
aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.
Ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.
Ich hab‘ geträumt, der Krieg wär vorbei.
Du warst hier und wir waren frei, und die Morgensonne schien.
Alle Türen waren offen, die Gefängnisse leer.
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr.
Das war das Paradies.
Der Traum ist aus – der Traum ist aus,
aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.
Ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.
Vielleicht haben wir Lust, im Dezember alles zu geben, damit aus diesem Traum Wirklichkeit wird. Zum Beispiel, indem wir bewusst auf tote Tiere auf unseren Tellern und Festtafeln verzichten. Oder einen Streit und Kleinkrieg in unserem Leben beenden, da, wo wir die Macht dazu haben. Oder unseren Reichtum mit Ärmeren teilen. Das sind kleine Bausteine eines großen Menschheitstraums: Es werde Friede auf Erden! Mit allen Menschen und Tieren. Wenn Jesus kommt und sein Reich bringt, wird dieser Traum vom Frieden wahr werden! Er hat schon alles gegeben, dass er Wirklichkeit wird.