Monatsspruch Oktober 2026: Galater 5,1:
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“, schreibt Paulus an die Christen in den Gemeinden in Galatien.
Freiheit – was für ein großes Wort. Jeder versteht unter Freiheit etwas anderes, je nachdem in welcher Situation er oder sie ist. Zu DDR-Zeiten war der Begriff Freiheit mit der Sehnsucht nach Reisen in ferne Länder verbunden. Für Menschen im Gefängnis wohl eher mit der Entlassung. Und Suchtkranke sehnen sich danach, endlich nicht mehr trinken, rauchen oder am Computer spielen zu müssen.
Sie alle verbindet die Sehnsucht, ihr Leben frei gestalten zu können. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ Paulus spricht hier von einer Freiheit, die in der Mitte des Menschen beginnt. Dort, wo Christus Raum gewinnt und mein Leben prägt. Wo er mich mit Gottes Liebe durchströmt. Bedingungslos. Ganz und gar. Christus hat mich erlöst. Deshalb muss ich nichts leisten, keine Norm erfüllen. Auch keine frommen Bedingungen. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Aus diesem doppelten „Frei“ höre ich eine große Vehemenz und Dringlichkeit, die mich berührt. Sie wird durch den folgenden Satz noch verstärkt. „So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.“
Ich fühle mich ertappt. Obwohl ich weiß, dass ich unendlich geliebt bin, klage ich mich doch immer wieder an. Obwohl ich mich in vielem frei entscheiden könnte, verhalte ich mich oft so, als wäre ich gebunden. Was denken die anderen? War ich gut genug? Darf ich „Nein“ sagen? Befreit und doch voller Einschränkungen.
Ähnlich dem Affen in der folgenden Geschichte:
Jäger bohren in eine Kokosnussschale ein Loch – gerade so groß, dass die Hand des Affen hindurchpasst. Dann füllen sie die Kokosnuss mit Erdnüssen und hängen sie an einen Baum. Der Affe kommt, greift nach den Erdnüssen und ist gefangen. Die Faust, mit der er die Erdnüsse festhält, ist zu groß für das kleine Loch. Er hängt fest. Eigentlich verrückt. Der Affe könnte frei sein. Warum lässt er nicht los?
Warum neige auch ich immer wieder zum Festklammern an Dingen, Gedankenmustern, Verhaltensweisen, die mich fesseln und mir meine Freiheit nehmen?
Vielleicht weil ich Gottes Liebe doch nicht vertraue? Weil ich Angst vor dem weiten Raum habe? Weil ich nicht weiß, was ich mit den freien Händen anfangen könnte?
„Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.“ Wie ermutigend können mir diese Sätze in konkreten Situationen werden, in denen Befürchtungen und innere Enge mich wieder bedrängen möchten. Es ist, als würde mir Paulus zurufen: „Hab keine Angst vor der neuen Freiheit. Lass dir keine Fesseln anlegen. Lass los und tue das, was dir die innere Stimme sagt. Frei und in der Liebe Gottes.“
Diese Freiheit wirkt nach außen. Ein paar Sätze später schreibt Paulus: „Durch die Liebe diene einer dem anderen.“
Von der Liebe Gottes zu der Liebe zu den Menschen. Ein Weg zur Freiheit. Ein Lebensweg.