Sein Abitur machte er in Chartres im Kriegsgefangenenlager. Dort hat er noch den Nuntius Roncalli, den späteren Papst Johannes XXIII., und den Abbé Franz Stock, den «Priester zwischen den Fronten», kennengelernt. Über Stock, der 1948 starb, hat Kock ein ebenso informatives wie bewegendes Buch geschrieben. Nach Studien der Theologie, Philosophie und Germanistik wurde der gebürtige Münsteraner ab 1951 Mitarbeiter von Funk und Fernsehen und verfasste die Drehbücher zu mehr als hundert Filmen. Für den Film «Wege ins Schweigen» (Erfahrungen in einem Trappistenkloster) erhielt Kock den Katholischen Journalistenpreis. Der Film bahnte den Weg zu späteren Klosterfilmen wie «Die große Stille» von Philip Gröning. Zu zeitgenössischen Dichtern – u. a. Julien Green und Ernst Jünger – unterhielt Kock enge Beziehungen. Von 1961 bis 1968 war er Sekretär von Heinrich Böll.
Kocks literarisches Oeuvre ist weitgespannt; es umfasst Biographien über Ludwig den Heiligen, Rembrandt, Beethoven, Franziska Schervier, aber auch zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte, Essays, Rezensionen. Dem Kritiker Kock rühmte Böll «aufmerksame, oft zornige Ruhe» nach. Seine Einführung in die Neuausgabe von Reinhold Schneiders «Winter in Wien» (1986) gehört zum Treffendsten, was über diesen letzten Text des welt- und glaubensmüden Dichters gesagt wurde; Kock nennt Schneiders Weg nach Wien und durch Wien «die späte Expedition in den nachglühenden Kern der Geschichte».
Der kleine bewegliche Mann gehörte seit 2004 dem Redaktionsbeirat von Communio an. Solange es sein Alter und seine Gesundheit erlaubten, nahm er an den Herausgebersitzungen teil. Unsere Zeitschrift hat er durch Beiträge über Goethe, Léon Bloy, Peter Wust, Julien Green, Bernhard Lichtenberg, Josef Pieper, Robert Grosche, Peter Handke bereichert; sein Nachruf auf Ernst Jünger (1998) ist eine biographische Quelle ersten Ranges, mit dichten, aus Gesprächen erwachsenen Informationen über Jüngers Religiosität und über seine zwei Jahre vorher erfolgte Konversion zur katholischen Kirche. Aber auch poetische Texte von Kock sind in Communio erschienen, so das Gedicht «Hodie» 2006 und die Betrachtung «Nacht, lichte Nacht» 2007. Eine Gedichtzeile aus «Hodie» darf man als Selbstzeugnis des Heimgegangenen deuten:
Von fern lief ich auf Dich zu, den ich
Für einen Unbekannten gehalten habe,
Nun bin ich Dein Tischgenosse.