Er habe das Wort „Hass“ aus seinem Wortschatz gestrichen. Diese wunderbare Aussage stammt von Leon Weintraub, einem der letzten Überlebenden des Holocaust. Anlässlich seines 100. Geburtstags am 1. Januar ist der Zeitzeuge mehrfach interviewt und porträtiert worden. In den Gesprächen erzählte er unter anderem davon, wie er einst in Auschwitz durch eine Augenblicksentscheidung mit dem Leben davonkam. Unbemerkt von den Wachen schloss er sich spontan einem Transport von Arbeitshäftlingen in ein Außenlager an – und entging so dem Tod in den Gaskammern.
Weintraub hat in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland, Polen und den USA hunderte Vorträge in Schulen und Gedenkstätten über seine Erfahrungen gehalten. Für 2026 ist er nach eigenen Worten schon bis September ausgebucht. „Dass ich noch Bericht erstatten kann, das ist für mich große Genugtuung und Motivation“, sagt er.
Mir macht die Geschichte und vor allem die positive Haltung Leon Weintraubs Mut für das Neue Jahr. Den Hass aus dem Wortschatz streichen – wäre das nicht ein großartiger Vorsatz? In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute, Gottes Segen, für 2026!