Über Grenzen
Zum Zeitgang „Zwischen Dunkelheit und Licht“
Eindrucksvoll zeigt der Verfasser zum beginnenden neuen Jahr Wege der Hoffnung auf – Wege von der Dunkelheit ins Licht. So wenn, wie in Mostar, zerstörte Brücken wiederaufgebaut werden oder wenn getrennte Menschen über Grenzen hinweg wieder zusammenfinden.
Klaus Beurle, Würzburg
Vielschichtig
Zum Kommentar „Der amerikanische Jesus“
Weihnachten ist vielschichtig: Dazu gehören, ganz weltlich, gute Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit durch Gemeinschaft, Rituale, positive Kindheitserinnerungen und sicherlich auch der „Babyeffekt“. Aber dazu gehören eben auch Befreiung durch Erlösung und die Erinnerung an Jesu Gestaltungsauftrag „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Wenn wir diesen Auftrag, der sich in vielen Religionen ähnlich findet, ernst nehmen, können wir nicht bei uns stehen bleiben, sondern müssen handeln, verheutigt, politisch im besten Sinne ohne Vereinnahmung durch Parteien und Regierungen, ohne Gewalt, aber entschieden und engagiert für die Schwächeren. So wie es dieser Kommentar eindrücklich unterstreicht.
Gut, dass das Christentum statt Legionen „nur“ eine Frohe Botschaft hat, denn dadurch muss es mit gutem Beispiel überzeugen und kann nicht (mehr) mit Macht zwingen. Es auf eine Esoterik-Räucherstäbchen-Feelgood-Ego-Religion zu reduzieren, würde ihm meines Erachtens nicht gerecht werden.
Norbert Müsch, Rees
Dieser Kommentar ist aus meiner Sicht der untaugliche Versuch, die Heilsgeschichte eines begrenzten Kulturraumes rücksichtslos auf andere Kulturräume zu übertragen, die eigenen daraus abgeleiteten Werte zu universalisieren und für die eigenen politischen Narrative nutzbar zu machen bzw. zu instrumentalisieren. Alle Jahre wieder das gleiche Ritual. Würde Jesus heute in den USA geboren, wäre er übrigens amerikanischer Staatsbürger und hätte von der ICE nichts zu befürchten.
Michael Pfläging (online)
Auch wenn der Vergleich womöglich ein wenig hinkt: Die Menschenwürde ist unteilbar. Deshalb danke für diesen Kommentar! Seine Aussage gilt auch für den Umgang mit Flüchtenden in Europa.
Simon Eibl (online)
Einwohnung
Zum Artikel „Gottes Wohnen unter uns“
Sehr richtig verweist der Autor auf neuere Einsichten zur jüdischen Gedankenwelt in der Zeit des späten Zweiten Tempels zur „Einwohnung Gottes“ hin, auf die Joh 1,14 im Blick auf den Logos in Jesus deutlich anspielt. Alle genannten Belege und weitere mögliche geben eine veränderte Grundlage für das Gespräch mit dem Judentum ab, das sich dann als rabbinisches gegen eigene frühere Traditionen und dabei vom nun nizänisch formierten Christentum absetzt, welches einige dieser Vorstellungen auf Jesus als Christus bezogen, rezipiert und dabei zugleich verwandelt hatte. Die entscheidende Differenz ist nicht der gedankliche, sondern der konkret geschichtliche und persönliche Bezug auf den dann Gekreuzigten und Auferstandenen.
Manfred Richter, Berlin
Strukturen
Zum Beitrag „Kirchenlogik“
Der kleine, aber sehr wichtige – und erschreckende – Beitrag zu kirchlichen „Strukturreformen“ in den deutschen Bistümern zeigt: Die Priorität der Amtskirche liegt immer noch bei Strukturen, Hierarchie und Machterhalt. Themen wie Verkündigung des Evangeliums, Seelsorge und Gemeinschaftsbildung scheinen nachrangig – oder vergessen. Besonders leid tun mir die vielen engagierten Priester, die Seelsorger sein wollen, aber von ihrem Bischof zu Managern einer Großorganisation gemacht werden.
Thomas Michalski, Hildesheim
Wann endlich wachen die Kirchenoberen auf und verstehen, dass Strukturreformen notwendig, aber nicht hinreichend sind? „Die Menschen“ erwarten neue, lebensrelevante Inhalte in einer zeitgemäßen Sprache. Das dogmengestützte Lehrgebäude ist brüchig geworden, die Glaubensbotschaften gehen ins Leere.
Helmut Waltersdorfer, Neuhofen an der Krems / Österreich