Am Ende wurden die Erwartungen erfüllt: Das Heilige Jahr hat um die 33,5 Millionen Pilgerinnen und Pilger aus 185 Ländern nach Rom und in den Vatikan gelockt. Der zuständige Erzbischof Rino Fisichella sprach mit Blick auf diese Zahl von einem „großen Erfolg“. Die Erwartungen seien übertroffen worden. Der Vatikan selbst hatte im Vorfeld des Jubiläums, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand, mit rund 30 Millionen Besucherinnen und Besuchern gerechnet.
Papst Franziskus hatte das Jubiläum, das regulär alle 25 Jahre ausgerufen wird, am 24. Dezember 2024 mit dem Durchschreiten der Heiligen Pforte am Petersdom eröffnet. Damals machte sich angesichts des schlechten Gesundheitszustandes des Papstes Skepsis breit, wie erfolgreich das Jubeljahr verlaufen werde. Doch der Tod von Franziskus, die Trauerfeierlichkeiten und die anschließende Wahl von Leo XIV. bescherten zusätzliche Besucherströme. Zwischen dem 21. April und dem 8. Mai 2025 seien alleine 3,9 Millionen Menschen in die Ewige Stadt gekommen, so die Verantwortlichen.
Papst Leo XIV. erinnerte in einer Dankesaudienz für die Mitarbeitenden und Helferinnen und Helfer des Heiligen Jahres vor allem an die junge Generation: „Es war schön, ihre Begeisterung aus erster Hand zu erleben, ihre Freude zu erleben, die Ernsthaftigkeit zu sehen, mit der sie beteten, meditierten und feierten, sie zu beobachten, so zahlreich und vielfältig, begierig, einander kennenzulernen und gemeinsam Momente der Gnade, Brüderlichkeit und Frieden zu erleben.“ Alle seien für die Zukunft der Jugendlichen verantwortlich.
Für die Stadt Rom sei das Jubiläum ebenfalls sehr wichtig gewesen, betonte der Bürgermeister der Stadt, Roberto Gualtieri, in einem Interview mit „Vatican News“. Es habe die Stadt angetrieben, sich zu wandeln und zu erneuern. Viele der geplanten Infrastrukturmaßnahmen seien abgeschlossen worden.
Auch die Kirche in Deutschland zieht eine positive Bilanz des Heiligen Jahres. Es seien viel mehr Menschen aus dem deutschen Sprachraum gekommen, als vom Vatikan anfangs geplant oder eingerechnet waren, so der Direktor des Pilgerzentrums für den deutschsprachigen Raum, Christian Böck. Er sieht die Hauptgründe für den Ansturm ebenfalls im Tod von Franziskus und der Neuwahl: „Kirche ist durch den Wechsel noch einmal ganz neu ins Gespräch gekommen.“ Der Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Heilige Jahr, rief dazu auf, die Impulse des Jahres aufzugreifen. „Das Schließen der Heiligen Pforte ist kein Schlusspunkt. Es geht weiter! Das Heilige Jahr wirkt länger, als es gedauert hat.“
Bereits 2033 könnte es erneut ein Jubeljahr geben. Dann jähren sich Tod und Auferstehung Jesu zum 2000. Mal. Zwar steht die offizielle Ankündigung des Jahres durch Papst Leo XIV. noch aus, doch Fisichella betonte in einem Interview bereits: „Wir müssen uns auf die Zukunft konzentrieren, insbesondere auf das Jubiläum 2033.“ Dies sei ähnlich wichtig wie das zum 2000. Geburtstag Jesu, nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen.