Menschliche Gehirne verarbeiten Informationen auf vielfältige Weise. Der Blick auf Neurodiversität als faktische Gegebenheit des Menschseins braucht einen Perspektivwechsel: weg von der Pathologisierung, hin zu Akzeptanz und Inklusion. Im Gespräch mit Amosinternational erläutert Wirtschaftsinformatikerin Claudia Lemke, warum gesellschaftliche Normen neurodivergente Menschen oft benachteiligen und wie Bildung, Digitalisierung und Arbeitswelt gerechter gestaltet werden können. Sie ordnet den aktuellen „Hype“ um Autismus und ADHS auf Sozialen Medien ein, plädiert für ein neuroinklusives Design am Arbeitsplatz und warnt vor doppelter Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist für sie die Veränderung von Strukturen, um Vielfalt als Bereicherung zu erleben und nicht als etwas, das sich in eine Norm pressen lassen muss.
Von Claudia Schwarz, Claudia Lemke