André Nagy: Mit dem Fröbel-Game wollen wir Menschen anders erreichen: niedrigschwellig und emotionaler, als es klassische Karrieretexte sonst tun. Das interaktive Format des Gamings weckt die Neugier, baut Hemmschwellen ab.
Es ermöglicht detailliertere Einblicke: Wie ist eine Kita aufgebaut? Was bedeutet pädagogische Arbeit? Es geht uns vor allem um Orientierung und darum, die Fröbelgruppe erlebbar werden zu lassen und unsere pädagogischen Schwerpunkte nach außen sichtbar zu machen.
Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem ungewöhnlichen Weg?
Ganz zu Beginn haben wir uns gefragt, wie wir die Menschen in einer Zeit kurzer Aufmerksamkeitsspannen am besten erreichen und gleichzeitig für pädagogische Berufe begeistern können. Und da bietet sich der interaktive Ansatz geradezu an, weil er die Menschen beteiligt, anstatt sie nur zu informieren: Man entdeckt eigenständig Zusammenhänge und kann Eindrücke mitnehmen. So entsteht ein Bewerbungserlebnis, das länger im Gedächtnis bleibt.
Wie sind Sie inhaltlich und technisch vorgegangen?
Inhaltlich war uns der bereits erwähnte Aspekte Orientierung am wichtigsten: Orientierung zu vermitteln zu typischen Situationen und zentralen Aspekten des Kita-Alltags wie beispielsweise Beobachtung, Kommunikation, Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein. Dafür haben wir verschiedene Funktionsräume integriert, etwa den Bewegungsraum, die Bibliothek, den Kreativraum, die Elternlounge oder die Küche. Sie alle spiegeln den Alltag wider und machen Themen wie Sprachförderung, Bewegung und gesunde Ernährung konkret sichtbar. Technisch haben wir auf einfache Zugänglichkeit gesetzt: direkt im Browser, ohne Download oder Registrierung – ganz im Sinne von „einfach spielen“ und dann bewerben.
Wie funktioniert das Spiel?
Das Spiel ist ein interaktives Erkundungs- und Entscheidungserlebnis: Interessierte Nutzer:innen bewegen sich durch einen beispielhaften Kindergarten, erleben typische Situationen – etwa beim kreativen Gestalten, beim gemeinsamen Forschen oder bei Bewegungsangeboten – und lösen dabei kleine Aufgaben. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten und intuitiv. Gleichzeitig lässt sich das Spiel leicht teilen, etwa per Link, QR-Code oder Social Media.
Welches Echo konnten Sie schon verzeichnen?
Wir erhalten positives Feedback wie: „Toll, dass sich ein Kita-Träger traut, neue Wege zu gehen“ oder „Ich bin länger drangeblieben als geplant“. Durch solche Formate gewinnen wir wertvolle Zeit, um zu überzeugen, und bieten gleichzeitig gute Gesprächsanlässe. Das Game kann die Komplexität pädagogischer Arbeit natürlich nicht vollständig abbilden, aber einen ersten spannenden Einblick geben. Bisher haben wir rund 2000 Aufrufe bei einer durchschnittlichen Spielzeit von knapp vier Minuten.
„Jetzt spielen!“ statt „Jetzt bewerben!“
Personalgewinnung durch Gaming – diesen Weg geht erstmals die Fröbel-Gruppe, einer der größten freigemeinnützigen Träger von Kindertageseinrichtungen in Deutschland. In einem interaktiven Spiel können Interessierte herausfinden, ob der Beruf der Erzieherin/des Erziehers für sie der richtige ist und ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht.
https://froebel.akeyi-worlds.de/start