Körper und GesundheitWas im Essen steckt

Langes Kauen macht Brot süß. Wasser hat keine Energie, ist aber lebenswichtig. Welche Nährstoffe sich in Lebensmitteln verbergen, können Kinder spielerisch entdecken.

Ein Mädchen in Gelb schaut erstaunt und hält ein Bund Karotten in den Händen.
© MariaTsygankova /shutterstock.com

Damit Kinder wachsen, Muskeln arbeiten und Lernprozesse im Gehirn ablaufen können, bedarf es einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung, die alle erforderlichen Nährstoffe in den angemessenen Mengen enthält. Diese sind unter anderem dafür verantwortlich, wie viel Kraft und Energie Kinder haben. Und das sind die Bausteine unserer Nahrung:

  • Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle des Körpers. Sie bestehen aus Einfachzucker wie Fruchtzucker oder aus Zweifachzuckern wie Haushaltszucker. Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis, aber auch manche Obst- und Gemüsesorten enthalten Mehrfachzucker.
  • Fette sind ebenfalls Energielieferanten und dienen als Schutzschicht rund um die inneren Organe sowie als Isolierschicht unter der Haut. Letztere verhindert, dass wir zu viel Körperwärme verlieren. Pflanzliche Fette, wie sie in Olivenöl, Nüssen oder Avocado vorkommen, sollten den tierischen Fetten aus Butter oder Sahne vorgezogen werden, da sie überwiegend ungesättigte Fettsäuren enthalten.
  • Proteine bestehen aus Aminosäuren und sind wahre Multitalente: Sie sind die Grundbausteine für Organe, Muskulatur, Hormone und Enzyme. Sie lassen Haare und Nägel sprießen und fungieren im Blut als Transporter für andere Stoffe. Sie sitzen auch in den Zellmembranen, die als Torwächter entscheiden, welche Stoffe in die Zelle gelangen und welche sie verlassen. Proteine finden sich sowohl in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten als auch in pflanzlichen wie Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen.
  • Vitamine sind organische Verbindungen, die der Körper nur in kleinsten Mengen benötigt. Sie sind jedoch lebensnotwendig für das reibungslose Funktionieren des Körpers, da sie unter anderem Stoffwechselprozesse steuern, das Immunsystem stärken und Knochen, Zähne und Nerven unterstützen. Gute Vitaminlieferanten sind frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente sind anorganische Substanzen, die nur in geringen Mengen (Mineralstoffe, z.B. Natrium, Kalium, Magnesium) bis sehr geringen Mengen (Spurenelemente, z.B. Eisen, Jod, Zink) im Körper vorkommen. Dennoch sind sie für das optimale Funktionieren des Körpers notwendig.
  • Ballaststoffe sollen hier nicht unerwähnt bleiben, da sie eine wichtige Rolle für die Verdauung spielen. Es handelt sich dabei um weitgehend unverdauliche Nährstoffe, die ausschließlich in Pflanzen vorkommen. Im menschlichen Darm unterstützen sie die Verdauung, indem sie die Darmbewegung anregen.

Mehr wissen: das Nährstoff-Quiz

Den einzelnen Nährstoffgruppen (Kohlenhydrate, Proteine und Fette, bei älteren Kindern zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe) können typische Lebensmittel zugeordnet werden. Anschließend wird gemeinsam ein Nährstoff-Quiz hergestellt: Dafür werden einzelne Lebensmittel aus Prospekten auf gleich große Pappkärtchen geklebt. Diese werden dann, ähnlich wie bei einem Memo-Spiel, verdeckt auf den Tisch gelegt. Nun decken die Kinder nacheinander ein Kärtchen auf. Wenn sie wissen, welchen Nährstoff das Lebensmittel enthält, dürfen sie das Kärtchen behalten. Wenn sie es nicht wissen, legen sie das Kärtchen verdeckt wieder zurück. Das Quiz kann auch in Gruppen mit jeweils zwei Spieler:innen gespielt werden. Es setzt Kenntnisse voraus, die zuvor beispielweise mithilfe einer Lebensmittelpyramide1 besprochen wurden.

Aufschneiden und reinsehen

In einem Korb liegen verschiedene Lebensmittel bereit. Die Kinder benennen die Lebensmittel und versuchen, sie in Gruppen zusammenzufassen. Dabei unterscheiden sie zwischen Obst, Gemüse, Getreide und Getreideprodukten sowie Fetten und Milchprodukten. Besonders interessant ist es, das Obst und Gemüse aufzuschneiden, von innen anzusehen und zu probieren. Wie schmecken Kiwis oder Karotten?
Bei einem Ausflug auf den Markt lernen die Kinder weitere Obst- und Gemüsesorten kennen. Geschmackserlebnisse sprechen die Sinne an und sind auch beim Mittagessen ein Gesprächsanlass. Was schmeckt gut? Wie fühlt sich satt sein an?
Jedes Kind bekommt ein Stück Schwarzbrot und die Aufgabe, es mindestens 30 Sekunden langsam im Mund zu kauen, ohne zu schlucken. Wie verändert sich das Stück Brot im Mund? Die Kinder bemerken, dass es weicher und klebriger wird, je länger sie darauf herumkauen – und schließlich sogar süß schmeckt. So können Kinder nachvollziehen, was im Mund durch das Kauen, den Speichel und das Enzym Amylase als kleinen Helfer passiert.

Trinken nicht vergessen

Wasser liefert zwar keine Energie, ist aber entscheidend dafür, dass Energie überhaupt genutzt werden kann. Der Mensch besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser und kann ohne regelmäßigen Flüssigkeitszufuhr nicht überleben. Wasser ist Bestandteil von Zellen und Geweben und formt somit unseren Körper. Gerade bei Kindern muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie ausreichend Flüssigkeit, am besten zuckerfrei, zu sich nehmen. Gemeinsame und regelmäßige Trinkpausen sowie bereitgestellte Karaffen mit Wasser können dabei unterstützen. Wenn in der Kita ein Kräutergarten vorhanden ist, können die Kinder beispielsweise einen milden Tee aus Kamille, Zitronenmelisse, getrockneten Früchten und Zitrone selbst zubereiten.

Alles im Gleichgewicht

Nun wissen die Kinder, welche Nährstoffe sie benötigen. Für sie ist es entscheidend, dass die Nährstoffe gleichmäßig und zuverlässig zur Verfügung stehen und auf ihren Bedarf abgestimmt sind. Die Energiezufuhr über die Ernährung in Form von Kohlenhydraten und Fetten sollte im Gleichgewicht mit dem Energieverbrauch stehen. Das heißt, körperlich aktive Kinder benötigen mehr energieliefernde Nahrungsbausteine zur Energiebereitstellung als weniger aktive Kinder. Sind Energiezufuhr und -verbrauch im Gleichgewicht, sorgt das für eine stabiles Körpergewicht und ein gesundes Körpergefühl.

Wer weiß denn so was?

Der Darm ist das einzige Organ, das über ein eigenes Nervensystem, das sogenannte enterische Nervensystem, verfügt. Dieses besteht aus rund 100 Millionen Nervenzellen – mehr als im Rückenmark. Deshalb wird es auch als „Bauchhirn“ bezeichnet.

kindergarten heute - Das Fachmagazin für Erzieher:innen: Für die Professionalisierung des frühpädagogischen Berufsfeldes

Das Fachmagazin im Abo

  • 10 Ausgaben pro Jahr
  • Beispielhafte und inspirierende Praxisbeiträge aus dem Kita-Alltag
  • Fachliche Orientierung, Standpunkte und Meinungen zu Themen der Frühpädagogik
  • Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität in Ihrer Einrichtung
1 Ausgabe gratis