Jeden Mittwoch wird unsere Kita zur kleinen Backstube. Dieses ritualisierte Angebot ist aus dem Wunsch entstanden, ein sensomotorisches Erlebnis fest in den Alltag zu integrieren und so die Motorik der Kinder zu stärken. Grundlage ist stets dasselbe Teigrezept. So können sich die Kinder die Zutaten gut merken und den Teig irgendwann auch eigenständig mischen. Vorbereitet wird er jeweils am Vortag. Nach dem Morgenkreis beginnt das Backritual: Fünf Kinder mit gewaschenen Händen bekommen an einem Tisch ihre portionierte Teigkugel, begleitet vom Lied: „So rollen wir unsern Teig, unsern Teig, unsern Teig, so rollen wir unsern Teig direkt rüber zu (Name des Kindes).“
Beim Kneten arbeiten manche Kinder schnell, andere ausgiebig. Sie formen Schlangen, Kugeln oder fantasievolle Gebilde und unterhalten sich dabei. Zwar nennen wir das Angebot Brötchen backen, aber dabei stehen eher die individuellen Kreationen im Mittelpunkt als die perfekten Formen. Das Backen verbindet Motivation, Kreativität und Wissensvermittlung mit gezielter Förderung der Feinmotorik und Auge-Hand-Koordination. Ist ein Kind zufrieden, legt es sein Werk auf ein Blech, auf dem sein Name steht. Nach dem Backen werden alle Brötchen in kleinen Tütchen mit Namen zum Mitnehmen in die Fächer der Kinder gelegt. Wir beobachten immer wieder, wie freudig und stolz die Kinder ihren Familien jede Woche erzählen, was sie gebacken haben. Das Mittwochsbacken stärkt auch die Gemeinschaft, denn erfahrene Kinder zeigen neuen Kindern ganz selbstverständlich, wie es geht.