Fachbegriff erklärtSuperdiversität

[ˈzuːpɐdiˌvɛrziˈtɛt]

Eine Illustration mit Silhouetten verschiedener Menschen in unterschiedlichen bunten Farben.
© Robert Kneschke / shutterstock.com

Superdiversität beschreibt ein neues Konzept von Vielfalt, vor allem bezogen auf die Entwicklung der Gesellschaft und deren Aufbau. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat diesen Begriff vor allem für Kinder als „demografische Minderheit“1 entwickelt. Die Unterschiede zwischen ethnischer Herkunft, Religion und Sprache sind in dieser Altersgruppe besonders stark vorhanden, sodass sie sich nicht mehr mit dem herkömmlichen Begriff Diversität beschreiben lassen.2
Bildlich lässt sich Superdiversität mit einem Mosaik vergleichen: kleinteilig, zusammengesetzt, immer komplexer und nie fertig werdend.3 Wenn also von Kindern mit Migrationshintergrund gesprochen wird, bezeichnet diese Aussage nicht mehr hinreichend die tatsächlichen komplexen Unterschiede in sozialer und kultureller Herkunft.4 Man kann daher von superdiversen Kindheiten sprechen. Obwohl die meisten Kinder ähnliche Bedürfnisse und Interessen haben, divergieren deren Ausgangsbedingungen (Herkunft, Familie, Nationalität, Kultur, Religion) dennoch stark.5 Die „Generation Superdivers“6 wird also in Zukunft unsere Gesellschaft als Erwachsene prägen, wie sie es auch schon als Kinder tut. (KS)

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