Heft 4/2021Kulturelle Diakonie

Inhalt
1. Auflage 2021
Bestellnummer: Z060037
Erscheinungstermin PDF: 2021
Bestellnummer PDF: D100663

Nur selten rückt die »kulturelle Diakonie« in den Blick, wenn es um das diakonische Handeln der Kirche wie auch der Christinnen und Christen geht. Dabei spielte diese Form der Diakonie – die Bildung von Menschen und die Gestaltung einer menschlichen Kultur – von Anfang an eine zentrale Rolle. Das Christentum war immer auch eine Bildungs- und Kulturreligion. Nächstenliebe bezog sich auch darauf, den Menschen zu bilden und ihm dabei zu helfen, sich selbst zu bilden. Unser Bildungssystem ist daher bis heute stark christlich geprägt – von den Kindergärten, Schulen und Hochschulen über katholische Akademien bis hin zu vielfältigen anderen Bildungsangeboten.

Der Vielfalt der kulturellen Diakonie ist dieses Heft der DIAKONIA gewidmet. Es zeigt deutlich nicht nur die Begründung kultureller Diakonie, sondern auch, welche Formen kulturelle Diakonie annehmen kann – von der Veröffentlichung von Zeitschriften und der Verlagstätigkeit über die Museumsarbeit bis hin zu kulturellen Festivalformaten. Kulturelle Diakonie, so zeigt sich, ist ein zentraler Vollzug der Kirche und kann in einem erweiterten Kirchenverständnis sogar als eigener »Kirchort« verstanden werden.

Gerade in Zeiten allgegenwärtiger kirchlicher Transformationsprozesse in den Diözesen und einer tiefgreifenden Krise des kirchlichen Selbstverständnisses kann die kulturelle Diakonie somit als Hoffnungszeichen einer neuen Form des Miteinanders von Kirche und Welt werden. Sie bietet viele Möglichkeiten, mit Menschen auch außerhalb der kirchlichen »Blase« ins Gespräch zu treten und dabei Rechenschaft über die Hoffnung der Christinnen und Christen zu geben – und umgekehrt von Menschen verschiedenster religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zu lernen und mit ihnen gemeinsam unsere Welt menschlicher zu machen. Sich diese Tatsache vor Augen zu führen, ist angesichts eilfertiger Sparmaßnahmen im kirchlichen Bereich von großer Bedeutung. Es geht in dieser Stunde darum, die kirchliche Infrastruktur diakonaler Bildungsarbeit zu stärken und nicht (weiter) zu schwächen, wie es leider gegenwärtig insbesondere im Bereich katholischer Schulen und Bildungseinrichtungen, aber auch im Bereich der Publizistik zu beobachten ist.

Über diese Ausgabe

Thema

  • Plus S. 218-225

    Die diakonische Dimension kirchlicher Bildungsarbeit

    In ihrem diakonischen Handeln ebenso wie auf dem Gebiet der internationalen Solidarität engagiert sich die katholische Kirche intensiv und überzeugend. Das Gleiche gilt für ihre vielfältigen und traditionsreichen Aktivitäten im Bildungsbereich. Und beide Seiten gehören zusammen. Als »kulturelle Diakonie« hat kirchliche Bildungsarbeit deshalb einen besonderen Stellenwert.

  • Plus S. 226-232

    Katholische Schulen im Zeitalter der Diversität oder Konfessionalität als Lernprinzip

    Schulen, die sich dem genannten Bildungsauftrag verschreiben und ihre Schüler zu der abschließend skizzierten Urteilsbildung befähigen, leisten einen spezifischen und unersetzbaren Beitrag zur kulturellen Diakonie. Auf sie kann der religiös neutrale Staat gerade in einer Kultur der Diversität nur zu seinem eigenen Schaden verzichten.

  • Plus S. 253-257

    Kulturelle DiakonieDie diakonische Dimension christlicher Verlagsarbeit

    Können gedruckte Worte, zwischen zwei Buchdeckel gepresst, dienen und helfen? Diakonisch wirken? Also Menschen trösten, aufrichten und ermutigen? Inspirieren dazu, sich aufzumachen, um sich selbst in aller Gesundheit, Schönheit und Gottesebenbildlichkeit zu entfalten? Um sich auf die Suche zu begeben nach der Quelle aller Hilfe und Heilung, aller Ermutigung, Schönheit, Hoffnung und der Liebe selbst? Nach dem, was wir Gott nennen? Obwohl es leblose Buchstaben sind, nicht von einem Nächsten lebendig ausgesprochene Worte, der mit seiner helfenden Hand und Zuwendung verfügbar steht?

  • Plus S. 258-262

    Raus aus den starren Mustern!

    »chrismon« will mit seinen Themen, mit Präsentation und Sprache die Transzendenz im Alltag auch für jene sichtbar machen, die weit entfernt von den Kirchen leben.

  • Plus S. 263-267

    Überraschung WirklichkeitAuf der Suche nach dem Schönen, Wahren und Guten

    Im 21. Jahrhundert ein neues Printmagazin herauszubringen, entspricht gemeinhin nicht der Kategorie vernünftig. Dass sich die Zeitschrift »Melchior« zudem der »Suche nach dem Schönen, Wahren, Guten« verschreibt, also scheinbar obsolet gewordenen Kategorien, macht die Ausgangslage nicht eben besser.

  • Plus S. 268-272

    Die diakonische Dimension christlicher BildungsarbeitKultur als Antwort auf tiefe menschliche Bedürfnisse: Was ist und was will das Rhein-Meeting?

    Das Rhein-Meeting ist 2013 auf Initiative einiger Freunde entstanden, die der Bewegung »Comunione e Liberazione« (»Gemeinschaft und Befreiung«) angehören. Weitere Personen haben sich im Laufe der Jahre angeschlossen. Am Ursprung stand der Wunsch, die Wirklichkeit, in der wir leben, besser kennenzulernen, zu verstehen und diese Arbeit mit anderen Menschen zu teilen. Die Veranstaltungen sind daher für jeden offen.

  • Plus S. 279-282

    Im Dienst des Wortes

    Der Verlag als ein Wirtschaftsunternehmen, das Autorentexte publiziert, um sie interessierten Leserinnen und Lesern zugänglich zu machen. Der Johannes Verlag Einsiedeln ist hier keine Ausnahme.

Aus dem Fuchsbau

  • Plus S. 283-285

    Weihnachten: Gott berührt die Welt

    Corona hat uns in die Richtung, mit Berührungen vorsichtig zu sein, ziemlich brutal weitergetrieben. Bis in die nächste Freundschaft und Verwandtschaft hinein kann es geboten sein, zueinander auf Distanz zu gehen, obwohl man sich eigentlich umarmen und küssen möchte.

Nachgefragt