Ein Segen?
Zur Bildnachricht „Gesegnete Energie“
Es gibt so viele Katastrophenmeldungen, da ist es gut, wenn man dem das Bild mit der gesicherten Energie gegenüberstellen kann. Nur wird dabei übersehen, dass die Meldung über die gesegnete Energie eigentlich auch eine Katastrophenmeldung ist. Die Erderwärmung beträgt im Moment in Bayern und Baden-Württemberg bereits etwa 2,5 Grad. Vielleicht wäre es eine gute Idee, stattdessen eher einen Windpark oder eine Solarfarm öffentlichkeitswirksam zu segnen.
Dr. Stefan Mennicke, Leimen
Es gehört sehr viel Naivität dazu, in heutiger Zeit eine Erdgasleitung zu segnen. Ist der Stadtpfarrerin und dem Stadtpfarrer nicht bekannt, wie viel Leid Menschheit und Natur durch Verbrennen von Erdgas zugefügt wird? Jede neue Erdgasleitung ist eine zu viel. Da nützt es auch nichts, wenn irgendwann einmal Wasserstoff durch die Leitung gepresst werden soll. Den Segen verdient hätte der Abbau einer Erdgasleitung.
Dr. Bernhard Piest, Braunschweig
Schuldgefühl
Zum Beitrag „Kreuzverehrung“
Täuschen wir uns nicht selbst, wenn wir bedingungslos eine „spontan negativ bewertete innere Wirklichkeit“ in uns wahrzunehmen meinen, die doch im Grunde gut und friedfertig ist, bis Sünde einbricht in sie und Unfrieden schafft, den wahrzunehmen und auszuhalten es gilt?
Johannes M. Führt, Hagen
Gerade für depressive Menschen kann eine opferzentrierte Schuldtheologie belastend sein: Sie verstärkt Selbstanklage und das Gefühl, nie zu genügen. Ein Klinikseelsorger riet Patientinnen und Patienten im Bezirkskrankenhaus deshalb sogar, der Messe fernzubleiben, weil die liturgische Sprache ihre Schuldgefühle verschärfte. „Jetzt muss ich den Glauben auch noch tragen“, so eine Patientin. Die befreiende Botschaft Jesu lautet: Gott trägt uns – nicht wir sein Kreuz.
Dr. Florian Kautzky, Marktoberdorf
Mutmacher
Zum Kommentar „Schrei nach Gerechtigkeit“
In unserer Zeit der Krisen und Kriege kann auch etwas Zuversicht nicht schaden. Jesus hat etwa 365-mal „Fürchte dich nicht“ gesagt. Ein Mutmacher für jeden Tag.
Klemens Hofmann , Marbach
Im Gespräch
Zum Artikel „Kunst im Entstehen“
Ein wunderbarer Film über die Entstehung dieses Kunstwerkes, welches ich noch im Naumburger Dom bewundern durfte, wo es auch hingehört. Die Seitenflügel von Cranach und die Bilder von Triegel stehen in ganz besonderer Weise in Beziehung und im Gespräch. Es werden Menschen gezeigt – damals und heute. Leider steht dieser Altar aus Gründen von Kleinglauben und Bürokratie nunmehr in Rom. Schade.
Michael Kehr, Leipzig
Blickwinkel
Zum Wochenrückblick „Zielrichtung“
Die Menschwerdung Gottes in den längsten Nächten des Jahres und die Auferstehung Christi im knospenden Frühling treffen nur auf die nördliche Halbkugel zu. Wie wird all dies in Südafrika oder in Australien christ-symbolisch ausbuchstabiert? Unser Blickwinkel muss sich weiten.
Adolf Hochmuth, Treuchtlingen
Der Erzbischof von Teheran wurde aus dem Iran ausgeflogen und in Sicherheit gebracht. Dazu fiel mir Joh 10,11f. ein: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht.“
Irmgard Bücker, Schwäbisch Hall
Sie berichten über Eintrittsgelder in Kirchen, zumal bei einer Touristenschwemme wie etwa Köln. Tatsächlich gibt es durchaus biblische Hinweise zum Erhalt(en) eines Gotteshauses, angefangen beim Stiftszelt. Exodus 35,5 betont, dass jeder sein Herz zu einer Abgabe für den Herrn in seinem Heiligtum bewegen soll. So wird das Eintrittsgeld zu einem Aufblick auf den je Größeren.
Michael Rudolf, Jengen