Die Geschichte gleicht einem Krimi“, heißt es in der Pressemitteilung des Erzbistums Bamberg. Völlig unerwartet ist ein mehr als 800 Jahre altes Fragment aus dem Grabgewand von Bischof Otto II. (Amtszeit 1177–1196) aufgetaucht – und konnte jetzt ins Diözesanmuseum Bamberg zurückkehren. Bei routinemäßigen Aufräumarbeiten stieß der Archivar des Klosters Wienhausen (Celle) auf eine Schachtel mit Seidengewebe, dazu die knappe Notiz, dass es aus Bamberg stamme. Das Stofffragment wurde an Kunsthistoriker übergeben, denen die Verarbeitung auffiel. „Es gibt nur extrem wenige Textilien überhaupt mit diesem Muster – und die sind publiziert und bekannt“, so Textilrestauratorin Sibylle Ruß.
Die Äbtissin des Klosters Wienhausen meldete sich schließlich per Telefon beim Diözesanmuseum Bamberg. Durch Fotos konnte ermittelt werden, dass das gefundene Stoffstück exakt in eine große Lücke in Ottos Grabgewand passt. Offenbar war es bei früheren Restaurierungsarbeiten entnommen worden und eine Weile in Privatbesitz, bevor es seinen Weg ins Kloster fand. Inzwischen konnten Fragment und Gewand wieder vereint werden. Ein Beweis: Aufräumen lohnt sich!