Mit diesem Sonntag beginnt die Karwoche. An ihrem Ende wird Jesus tot und begraben in der Erde liegen – bevor sich am Ostersonntag doch nochmal alles dreht. Doch es kann sich lohnen, sich die Zeit zu nehmen, auch ganz bewusst einen Augenblick am Grab stehen zu bleiben. Dem Gedanken an den Tod das Gewicht zu lassen, das er auch in unserem Leben (noch) hat, statt direkt in Oster- jubel überzugehen.
In dieser Ausgabe liegt einiges „begraben“: Felix Evers nimmt uns mit zu einem Ritual, bei dem das himmlische Halleluja feierlich in einem eigenen kleinen Sarg bestattet wird. Eine Leserin beschreibt, wie ihr ausgerechent der Sterbeprozess des eigenen Vaters zum Heiligen Moment wurde. Der Fundamelaltheologe Joachim Negel nimmt sich den schrecklichen Tod Jesu vor und überlegt, wie wir den – uns manchmal so fremden – Opferbegriff heute verständlich machen können. Und was ist mit jenen, die ihre Hoffnungen auf eine Verschiebung der Machtverhätnisse in der Kirche vielleicht schon „begraben“ haben? Moritz Findeisen macht hier Mut: Es tut sich etwas in der Frauenfrage – wenn auch in kleinen Schritten.