Anzeige: Gott? Ein Streitgespräch. Von Johannes Hartl und Konrad Paul Liessmann
Titelseite Anzeiger für die Seelsorge 9/2026

Über diese Ausgabe

Schwerpunkt

  • Gratis S. 5-8

    Gottesdienste brauchen Resonanz statt RoutineWenn alles stimmt und doch etwas fehlt

    Wer noch einen schlagenden Beweis dafür gesucht hat, dass die Gottesdienstpraxis der Kirche in einer tiefen Akzeptanzkrise steckt, findet ihn in der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU, 2023). Die Ergebnisse der Befragung zeigen, wie tief der Graben zwischen dem theologischen Anspruch der Liturgie und dem tatsächlichen Teilnahmeverhalten der meisten Menschen inzwischen geworden ist.

  • Plus S. 10-14

    Qualitätsmerkmale mit Blick auf die liturgischen Dienste und die TeilnehmendenWann ist ein Gottesdienst „gut“?

    Die Erwartungen an die liturgischen Feiern können je nach Perspektive, Kirchenbindung, Interesse etc. recht unterschiedlich sein. Einigkeit dürfte darin bestehen, dass Qualität wichtig ist. Da beim Gottesdienst Gott und Mensch agieren, scheint die tätige Teilnahme, zentrales Anliegen der Liturgiekonstitution (SC 14 u. ö.), ein geeignetes Qualitätskriterium zu sein. Denn es beschreibt einerseits menschliches Tun, aber andererseits geht es um ein Teilhaben an der göttlichen Wirklichkeit der Liturgie. Freilich muss man dieses Kriterium der tätigen Teilnahme konkret durchdeklinieren. Es fragt danach, ob die Teilnehmenden über die äußeren Riten und die Vollzüge der liturgischen Dienste auch am Kern des Gottesdienstes teilhaben können und zu einer Begegnung mit Gott kommen, die sie bestärkt, tröstet, freut, berührt, motiviert.

  • Plus S. 15-18

    Ein Zwischenruf zur Diskussion um Qualität in der LiturgieUnterscheiden lernen

    Der Qualitätsdiskurs hat sich, bezogen auf die Liturgie, in den letzten 20 Jahren besonders in den evangelischen Kirchen etabliert. Institutionell sichtbar wurde dies speziell im von Folkert Fendler geleiteten „Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst“, das von 2009 bis 2017 am Michaeliskloster in Hildesheim angesiedelt war. Auch auf katholischer Seite hat man sich der Sache angenommen: So war 2022 die 20. und in dieser Form letzte Sommerakademie des Deutschen Liturgischen Instituts in Trier, veranstaltet gemeinsam mit dem Gottesdienst-Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, dem Thema „Liturgie und Qualität“ gewidmet. Im Rahmen dieses kleinen Beitrags möchte ich mich auf einen zentralen Gedanken fokussieren und diesen auf eine (vermutlich tendenziell eher) katholische Problemstellung beziehen.

  • Plus S. 19-21

    Eindrücke von der vielleicht katholischsten Messe meines Lebens in St. Stephan (Karlsruhe)Der Herrgott hat einen großen Tiergarten

    Welchen Anspruch haben wir an eine gute Liturgie? Hier mögen sich die Antworten von Traditionalisten, Modernisten, Charismatikern und klischeehaften „Sonntagspflichterfüllern“ unterscheiden. Gottes „Tiergarten“ ist groß – und die gelebte Vielfalt eine Stärke des Katholizismus. Umso spannender, was passiert, wenn sie unerwartet bei einer Messe aufeinandertreffen.

Impulse

Im Blick

  • Plus S. 28-31

    Ein subjektiver Zugang zur Qualität gottesdienstlicher PraxisGottesdienste, die öffnen und berühren

    Was ist ein guter Gottesdienst? Wann leiste ich gute Arbeit als Gottesdienstgestalterin bzw. als Gottesdienstgestalter? Wie werde ich den Bedürfnissen der Mitfeiernden gerecht? – Auf diese Fragen gibt es eine Fülle an unterschiedlichen Antworten. Die Frage nach Qualität ist ein weites und schwer zu systematisierendes Feld. Qualität ist abhängig von der jeweiligen Perspektive und bleibt somit subjektiv.

  • Plus S. 32-36

    Zwischen Ironie, Macht und verborgenen Handlungsspielräumen im Buch EsterWandeln auf Esters Spuren

    Die Geschichte von Ester zählt zu den bemerkenswertesten Texten der Heiligen Schrift. Sie verbindet politische Intrige, kulturellen Kontext, narrative Ironie und eine weibliche Hauptfigur, die sich inmitten historisch-patriarchaler Strukturen als überraschend einflussreich erweist. Auch heute noch zeigt die Erzählung Esters im pastoraltheologischen sowie im allgemein gesellschaftlichen Diskurs hohe Aktualität und Relevanz.

  • Plus S. 37-40

    Meine Hoffnung lass’ ich mir nicht nehmenBerührbar bleiben

    Monika Renz hat mehr als tausend Menschen in den Tod begleitet. Die Psychotherapeutin und Sterbebegleiterin sagt: Leid führt an einen Nullpunkt. Aber oft bricht gerade dann ganz Unerwartetes auf. Das folgende Interview mit Monika Renz führte Wolf Südbeck-Baur

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