Ideenwerkstatt Gottesdienste 4/2021

Nr. 4/20216. Sonntag der Osterzeit bis 13. Sonntag im Jahreskreis

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten ist eine Zeit des Abschieds und des Neuanfangs. Und gewissermaßen ist es auch eine Zeit des »Verdauens«. 50 Tage hatten die Jüngerinnen und Jünger damals, um den Tod und die Auferstehung Jesu zu verdauen, die Ereignisse zu begreifen und zu glauben. 50 Tage liegen zwischen Ostern und Pfingsten. Pfingsten ist damit der erste Tag nach der großen Wende der 49 Tage, sieben mal sieben. Im Judentum haben der siebte Tag und das siebte Jahr eine besondere Bedeutung: Der siebte Tag ist der Tag des Herrn, jedes siebte Jahr war ein sogenanntes Gnadenjahr, in dem Schulden erlassen und Sklaven freigelassen wurden. Und im 49. Jahr gab es jeweils ein großes Gnadenjahr, in dem Landbesitz, der aus der Not heraus verkauft werden musste, wieder an seinen ursprünglichen Besitzer zurückgegeben wurde. Die Zahl49 markiert einen Zeitraum, nach dem sozusagen eine große Reset-Taste gedrückt und alles auf einen neuen Anfang gestellt wird.

So ist Pfingsten dann auch tatsächlich der Beginn einer ganz neuen Zeit. Wir reden vom Pfingstereignis als der Geburtsstunde der Kirche. Es beginnt die Zeit nach Jesus, die Zeit, in der seine Nachfolgerinnen und Nachfolger alleine klarkommen mussten. Allein aus der Kraft ihres Glaubens und in der Verbundenheit mit dem Heiligen Geist. In diesem pfingstlichen Zustand befinden wir uns bis heute. Somit sind die Lesungstexte dieser Tage in ganz besonderer Weise an uns als christliche Gemeinden, als Christen und Christinnen in der Nachfolge Jesu gerichtet. Sie enthalten so manche Messlatte und Zumutung an dieses Leben in der Nachfolge. Lesen wir sie eher als Ermutigung und Aufforderung, den Glauben an Jesus Christus, der uns seine Botschaft vorgelebt und vorgeliebt hat, an den Heiligen Geist, der in uns wirkt und uns immer wieder stärkt, an den Vater, der uns auf all unseren Wegen seinen Segen zusichert– und nicht zuletzt: den Glauben an uns selbst niemals zu verlieren und aus diesem Glauben heraus zu leben und zu wirken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und begeisterndes Pfingstfest und schöne Frühsommertage.

Ihre

Martina Jung

Über diese Ausgabe

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