RedaktionsumfrageFlucht und Migration

Im Oktober 2018 hat die Herder Korrespondenz eine Umfrage zum Thema „Flucht und Migration“ durchgeführt: Lesen Sie hier die Ergebnisse der Befragung.

Wie stark verändert Migration unsere Gesellschaft? Die Zahlen sind zuletzt zurückgegangen. Doch weiterhin kommen viele Flüchtlinge nach Europa. Die meisten von ihnen werden bleiben und es stellt sich die Aufgabe, sie zu integrieren. Das führt zur Verunsicherung, auch unter Christen. Sind die Zuwanderer eher Belastung oder Bereicherung? Was wird das Einwanderungsland Deutschland auszeichnen müssen? Und was bedeutet das für das Thema Religion in Europa? Im Oktober und November 2018 hat die Herder Korrespondenz eine Umfrage zum Thema„Flucht und Migration“ unter Kunden des Verlags Herder durchgeführt. Bis Anfang November haben über 3.500 Interessierte daran teilgenommen. Hier präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse der Befragung anhand einer Querschnittsauswertung von 1.000 Fragebögen.

Uneinig sind sich die Befragten darüber, ob die Migration der vergangenen Jahre Europa zum Nachteil verändert hat. 47,6 Prozent sind dieser Auffassung, 44,6 Prozent glauben das nicht. Die Unterstützung der beiden großen Kirchen für den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel halten hingegen Dreiviertel der Teilnehmer (64,5 Prozent) für richtig. Ein Drittel (30,0 Prozent) sieht dies nicht so. In der Frage, ob Obergrenzen für die Aufnahme von Flüchtlingen moralisch vertretbar sind, sind die Verhältnisse wiederum ausgeglichen: 48,5 Prozent meinen „ja“, 46,5 Prozent sagen „nein“. Die verbreitete Praxis des Kirchenasyls wird von einer großen Zahl der Teilnehmer unterstützt. 70,4 Prozent der Befragten finden, dass der Staat das Kirchenasyl wie bisher akzeptieren muss. Für einen besseren Schutz der europäischen Außengrenzen unter Mitwirkung Deutschlands sprechen sich 57,6 Prozent der Umfrageteilnehmer aus, 34 Prozent sind dagegen. Manchmal ist zu hören, Rettungsboote auf dem Mittelmeer förderten Schlepperbanden und müssten deswegen an ihrem Einsatz gehindert werden. 60,6 Prozent lehnen allerdings diese Auffassung ab, nur 30,2 Prozent stimmen zu. Medien berichten vermehrt über Kriminalität durch Flüchtlinge. 53,5 Prozent meinen, diese Fälle würden durch die Medien zu stark aufgebauscht, während 40,1 Prozent nicht dieser Meinung sind. Hingegen sieht eine deutlich Mehrheit von 79 Prozent im wachsenden Rechtspopulismus eine Gefahr für die Demokratie, während nur 18 Prozent dagegen votieren. Gleichzeitig wird die nicht zuletzt von Rechtspopulisten ins Feld geführte Rede vom „christlichen Abendland“ von 58 Prozent für sinnvoll gehalten, nur 34,5 Prozent denken, man sollte den Begriff nicht verwenden. Eine Bevorzugung christlicher Flüchtlinge, wie sie gelegentlich vorgeschlagen wird, lehnen 57,7 Prozent der Befragten ab, während 39,5 Prozent einer solchen Praxis zustimmen würden.

Flucht und Migration: Auswertung einer Umfrage der Herder Korrespondenz

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