Touristische Besucherinnen und Besucher des Kölner Doms werden den Besuch der Kathedrale künftig bezahlen müssen. Das Metropolitankapitel begründete die Entscheidung, die am 5. März bekanntgegeben wurde, mit gestiegenen Personal- und Sachkosten. „Um seine Strahlkraft auch für künftige Generationen erhalten und seinen laufenden Betrieb dauerhaft sicherstellen zu können, führt die Hohe Domkirche ab der 2. Jahreshälfte 2026 eine Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher ein“, heißt es in der Mitteilung.
Angaben zur Höhe der Gebühr gibt es bislang nicht. Auch die konkreten Modalitäten zur Umsetzung des Vorhabens sind noch nicht bekannt. Weiterhin kostenfrei soll der Besuch des Sakralbaus für Betende und Gottesdienstbesuchende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln (ZDV) bleiben.
Rund sechs Millionen Menschen pro Jahr statten dem Kölner Wahrzeichen im Durchschnitt einen Besuch ab. Der Wirtschaftsplan sieht den Angaben zufolge für das laufende Jahr Ausgaben in Höhe von 16 Millionen Euro vor, was rund 44.000 Euro pro Tag entspricht. Der Erhalt der Kathedrale wird unter anderem von der Kölner Erzdiözese, dem Land Nordrhein-Westfalen und Spenden bezuschusst. Die Gelder reichten allerdings für den Erhalt nicht mehr aus, auch weitere Rücklagen seien unter anderem wegen Einnahmenausfällen während der Corona-Pandemie aufgebraucht.
Während im europäischen Ausland ein Eintrittsgeld für Kirchen durchaus üblich ist und auch der Besuch des Berliner Doms von Touristen bezahlt werden muss, ist der Kölner Dom die erste katholische Kathedrale in Deutschland, die eine solche Gebühr erheben wird. Kritik an dem Vorhaben äußerte unter anderem die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die dem ZDV seit 2024 als Präsidentin vorsteht (vgl. HK, November 2024, 19–22).