44,5 Prozent der 83,5 Millionen Einwohner Deutschlands haben Ende 2025 einer der beiden hierzulande großen Kirchen angehört. Am 16. März veröffentlichten die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre Mitgliedszahlen für 2025.
Demnach hatte die katholische Kirche Ende 2025 noch gut 19 Millionen Mitglieder (2024: rund 19,8 Millionen; 2016: 23,6 Millionen), den evangelischen Landeskirchen gehörten zum Stichtag rund 17,4 Millionen Menschen an (2024: etwa 18 Millionen; 2016: etwa 22 Millionen). Damit setzt sich der rückläufige Trend fort, da die Austritts- und Sterbezahlen die Anzahl der Taufen und Wiedereintritte bei Weitem nicht aufwiegen. Die Anzahl der Austritte ist dabei leicht rückläufig.
Bei der katholischen Kirche lag die Kirchenaustrittszahl bei 307.117 Menschen (2024: 321.659). Die Anzahl der kirchlichen Bestattungen nahm erneut leicht ab und liegt bei rund 203.000; insgesamt bedeutet dies also ein Minus von etwa 510.000 Mitgliedern. Demgegenüber stehen gut 109.000 Taufen und bei einem erneut leichten Anstieg Eintritte von 2269 Menschen. 5443 Gläubige wurden wieder aufgenommen – davon waren knapp 87 Prozent Übertritte von Protestanten. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher mit 6,8 Prozent der Katholiken stieg erneut leicht an (2024: 6,6 Prozent; 2016: 10,2 Prozent).
Gut 19.000 Paare ließen sich kirchlich trauen, das sind weniger als die Hälfte als vor zehn Jahren. Stabil bleiben die Zahlen zur Erstkommunion mit rund 152.000 und Firmung mit etwa 105.000. Es gab 25 Priesterweihen (2024: 29, 2016: 77).
Bei der evangelischen Kirche lag die Zahl der Kirchenaustritte mit rund 350.000 knapp unter dem Niveau des Vorjahres, die der Sterbefälle bei rund 330.000. Diesem Minus von 680.000 Mitgliedern stehen rund 105.000 Taufen gegenüber und damit ungefähr ebenso viele wie im Vorjahr. Darüber hinaus gab es rund 16.000 Aufnahmen.
Zu den anderen Kirchen liegen keine aktuellen Zahlen vor. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen schätzte die Anzahl an Angehörigen Evangelischer Freikirchen Ende 2024 auf 284.000, orthodoxer Kirchen auf 3.876.000 und weiterer Kirchen auf 566.000.
Erstmals kommentierte Bischof Heiner Wilmer als Vorsitzender der DBK die katholische Statistik. Er nannte die leicht steigende Gottesdienstbesuchszahl ein schönes und die stabilen Zahlen bei Erstkommunion und Firmung ein positives Zeichen. Er dankte allen Ehrenamtlichen, deren Anzahl bei rund 600.000 liege. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller nannte dies „Augenwischerei“. Die Kirche verliere jedes Jahr das Äquivalent zur Einwohnerzahl von Bielefeld an Mitgliedern.