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Die Ausgabe im Podcast
Jetzt in die Ausgabe reinhören. Diese Audiodatei stellt die Inhalte der aktuellen Ausgabe vor. Sie wurde mit KI generiert.
Sprecher 1: Also stellen Sie sich mal Folgendes vor. Es ist 12:30 Uhr.
Sprecher 2: Oh je, die absolute Rushhour.
Sprecher 1: Genau, der pure Ausnahmezustand in der Kita. Sie kennen das sicher. Keine Zeit mehr für aufwendige Projekte und die ersten Eltern stehen quasi schon ungeduldig vor der Tür.
Sprecher 2: Mhm. Der ganz normale Wahnsinn halt.
Sprecher 1: Ja, absolut. Aber wussten Sie, dass genau in dieser, na ja, pädagogischen Verzweiflung manchmal das absolut größte naturwissenschaftliche Lernpotenzial steckt?
Sprecher 2: Da sagst du was Wahres.
Sprecher 1: Wir machen heute in unserer Erkundung aus ganz gewöhnlichem Leitungswasser das vielleicht spannendste Abenteuer für Ihre Kita. Ganz nach dem Motto von Isaac Newton: „Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.“
Sprecher 2: Das Zitat passt wirklich perfekt als Einstieg für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Entdeckungskiste. Der Titel lautet da ja „Flüsse, Seen, Ozeane“ (Bindestrich) „Das Element Wasser erforschen“.
Sprecher 1: Genau. Und unsere Mission für heute ist es, dass wir für Sie als pädagogische Fachtreffe mal die spannendsten Praxisimpulse aus dem Heft herausfiltern.
Sprecher 2: Richtig. Und zwar für die Arbeit mit Kindern so zwischen 2 und 10 Jahren.
Sprecher 1: Und was mir da beim Lesen direkt aufgefallen ist: Das Inhaltsverzeichnis ist ja riesig.
Sprecher 2: Ja, das deckt wirklich alles ab. Also von der Matschwerkstatt über Bewegungsgeschichten zu Ebbe und Flut bis hin zu ganz tollen Experimenten mit Eis.
Sprecher 1: Wow. Okay.
Sprecher 2: Ja. Und der absolute rote Faden dabei sind immer die körperlich-sinnlichen Selbstbildungsprozesse.
Sprecher 1: Oh. Moment. Körperlich-sinnliche Selbstbildungsprozesse. Das klingt jetzt erstmal nach so einem richtig dicken akademischen Fachbuch, oder?
Sprecher 2: Ja, na ja, ein bisschen vielleicht.
Sprecher 1: Das heißt doch eigentlich in der Praxis ganz einfach: Also, die Kinder lernen hier nicht durch unsere super klugen Erklärungen, sondern indem sie das Element mit ihren eigenen Händen und Füßen buchstäblich begreifen.
Sprecher 2: Exakt. Genau darum geht es. Nehmen wir da mal diesen tollen Beitrag zur Spurensuche.
Sprecher 1: Ah, ja, für die Kinder ab 4 Jahren. Richtig.
Sprecher 2: Genau. Da werden die Kinder quasi zu echten Wasserdetektiven in der Kita ausgerüstet.
Sprecher 1: Mit Klebepunkten und einer Digitalkamera bewaffnet.
Sprecher 2: Ja, und sie suchen dann nicht nur das offensichtliche Wasser, also sowas wie in der Blumenvase oder bei den Wasserfarben, sie suchen vor allem das unsichtbare Wasser.
Sprecher 1: Da muss ich jetzt aber mal kurz reingrätschen. Also unsichtbares Wasser für Vierjährige?
Sprecher 2: Mhm.
Sprecher 1: Verliert man die dann nicht komplett? Ich meine, das Konzept ist doch für ein Vorschulkind völlig abstrakt, wenn sie etwas suchen sollen, was offensichtlich gar nicht da zu sein scheint. Das ist ja wie so eine CSI-Ermittlung für Vorschulkinder.
Sprecher 2: Ja, das stimmt. Das würde wahrscheinlich wirklich passieren, wenn wir einfach versuchen würden, es ihnen kognitiv zu erklären.
Sprecher 1: Ja, eben.
Sprecher 2: Aber das Heft bietet da eine so brillante haptische Lösung.
Sprecher 1: Und die wäre?
Sprecher 2: Also wenn die Kinder beispielsweise feuchten Matsch im Außengelände finden, dann nehmen sie den richtig in die Hände und drücken ihn fest zusammen. Sie quetschen das Wasser buchstäblich heraus.
Sprecher 1: Ach, krass. Okay.
Sprecher 2: Ja, weil Vierjährige können abstrakte Raumkonzepte im Kopf oft noch gar nicht fassen. Aber dieser physikalische Druck, also von ihren eigenen kleinen Händen auf den Matsch, der schlägt dann direkt die Brücke im Gehirn.
Sprecher 1: Ah, also sie merken, in etwas Festem kann was Flüssiges stecken.
Sprecher 2: Genau, das ist eine ganz direkte, spürbare Erfahrung von Ursache und Wirkung.
Sprecher 1: Okay, das Unsichtbare durch Druck sichtbar zu machen, das leuchtet mir ein. Aber was passiert eigentlich, wenn das Sichtbare plötzlich spurlos verschwindet?
Sprecher 2: Ah, du meinst die Geschichte mit den verdunstenden Werken?
Sprecher 1: Genau. Da gab es doch diese wirklich großartige Geschichte aus dieser Berliner Halbtagskita im Heft.
Sprecher 2: Mhm. Mit Joshua und Mirjam.
Sprecher 1: Richtig. Die beiden wollen kurz vor dem Abholen um 12:30 Uhr unbedingt noch malen. Und aus akutem Zeitmangel gibt die Fachkraft ihnen einfach nur Wasser und zwei Pinsel, um auf dem heißen Asphalt im Hof zu malen.
Sprecher 2: Das ist eigentlich genial.
Sprecher 1: Total. Ich musste echt lachen. Das ist für mich der ultimative Erzieher-Lifehack aus reiner Verzweiflung, oder? Keine Farbe bedeutet nämlich kein Aufräumen.
Sprecher 2: Definitiv. Aber das Spannende ist ja, was dann passiert. Aus diesem ganz simplen Zeitproblem entwickelt sich nämlich ein hochkomplexer Lernmoment.
Sprecher 1: Inwiefern? Weil das Bild ist ja sofort wieder weg.
Sprecher 2: Genau das ist der Punkt. Die Kinder malen ihre riesigen Kunstwerke auf die freie Fläche, da wo sonst immer die Bobby-Cars fahren. Doch dann passiert etwas Unerwartetes.
Sprecher 1: Die Sonne kommt raus.
Sprecher 2: Ja. Und sie beobachten das physikalische Prinzip der Verdunstung wirklich in Echtzeit. Die Energie der Sonne lässt ihre Bilder einfach vor ihren Augen verschwinden.
Sprecher 1: Wahnsinn. Aber das muss doch für ein Kind im ersten Moment ein echter Schock sein, oder? Man gibt sich Mühe, malt etwas wunderschönes und die Natur radiert es einfach wieder gnadenlos weg. Da sind die beiden doch plötzlich in einem richtigen Wettlauf gegen die Physik.
Sprecher 2: Exakt. Und genau dieser kleine Wettlauf, der zwingt sie dann zu einer unfassbar kreativen Problemlösung.
Sprecher 1: Was haben sie gemacht?
Sprecher 2: Sie haben den drohenden Verlust sofort bemerkt und mussten unfassbar schnell reagieren, um ihre Werke quasi zu retten. Also greifen sie zur Digitalkamera der Kita und fotografieren die nassen Bilder blitzschnell ab, bevor die Sonne sie komplett verdunstet hat.
Sprecher 1: Oh, wow, sie überlisten die Naturgesetze also quasi mit Technologie.
Sprecher 2: Ganz genau. Der anfängliche Kontrollverlust über das eigene Kunstwerk wird durch ihre eigene Idee in ja, in pure Selbstwirksamkeit umgewandelt. Das ist naturwissenschaftliches Lernen auf allerhöchstem Niveau.
Sprecher 1: Und das alles nur ausgelöst durch einen nassen Pinsel auf heißem Teer. Also Wasser ist wirklich das ultimative Lowtech-Material für Highlevel-Denkprozesse.
Sprecher 2: Besser kann man es nicht zusammenfassen. Es kostet nichts, es ist immer da.
Sprecher 1: Und es eignet sich halt für diese geplante Detektivarbeit ganz genauso wie für solche völlig spontan physikalische Experimente.
Sprecher 2: Absolut. Es fordert das kindliche Denken permanent heraus. Na ja, weil es sich halt ständig verändert, also vom unsichtbaren Versteck im Matsch bis hin zum flüchtigen Regenbogen auf dem Asphalt. Es ist einfach ein faszinierender Spiegel für diese grenzenlose kindliche Neugier.
Sprecher 1: Da stimme ich dir voll und ganz zu. Und wir entlassen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, heute mit einer kleinen, aber feinen Frage in ihren eigenen Kita-Alltag.
Sprecher 2: Da bin ich jetzt aber gespannt.
Sprecher 1: Wenn ein wenig Leitungswasser und ein heißer Asphalt schon ausreichen, um Physik derart greifbar zu machen. Welche anderen völlig unscheinbaren Alltagsdinge in Ihrer Einrichtung warten vielleicht nur darauf, kurz vor der Abholzeit in so ein spontanes Experiment verwandelt zu werden?
Sprecher 2: Sehr gute Frage.
Sprecher 1: Vielleicht ist es der Wind, der die trockenen Blätter im Hof tanzen lässt oder die Schatten, die im Laufe des Vormittags ganz heimlich über den Sandkasten wandern.
Sprecher 2: Es gibt so viel zu entdecken.
Sprecher 1: Genau. Halten Sie die Augen offen und bis zum nächsten Mal.