Materialien
- 1 Garten- und/oder Astschere
- Weidensteckhölzer
- Weidenruten
- 1 Spaten
- Kokosstrick, Hanf- oder Sisalschnur
Los geht’s:
Sind im Außengelände Ihrer Kita oder Krippe noch ältere Weiden vorhanden, können diese zusammen mit neu gepflanzten Weidenruten einen dichten Bewuchs ergeben, sodass der Weidentunnel oder das Weideniglu für Kleinkinder besonders attraktiv wird. Verwenden Sie nach Möglichkeit zur ergänzenden Bepflanzung Weidensteckhölzer. Dies sind unverzweigte Teile von einem verholzten Weidengehölz, aus dem neue Pflanzen erwachsen. Diese können Sie ggf. mit kostengünstiger Pflanzware ergänzen. Steckhölzer schneiden Sie am Ende einer Vegetationszeit. Führen Sie deshalb ihr Vorhaben unbedingt im Herbst, etwa ab Mitte/Ende Oktober aus. In einem ersten Schritt schneiden Sie an den vorhandenen Weiden alle morschen und vertrockneten Teile heraus. Idealerweise findet diese Vorbereitungsarbeit möglichst kurz vor den Pflanzarbeiten statt, da Sie alle längeren Triebe, die beim Ausschneiden anfallen, sehr gut als Steckhölzer verwenden können und diese demnach nicht zu lange zwischenlagern sollten. D. h.: Sie pflanzen die Steckhölzer im Herbst oder frühen Winter direkt an Ort und Stelle, damit sie im darauffolgenden Frühjahr austreiben können.
TIPP: Wenn keine Weide im Außenbereich vorhanden ist, erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune. In vielen Städten und Gemeinden fällt zwischen Februar und März Weidenschnittgut an, das oftmals für gärtnerische Arbeiten verschenkt wird. In diesem Fall ist allerdings damit zu rechnen, dass nur ein kleiner Teil der Steckhölzer austreibt – und das auch nur dann, wenn die Ruten das Frühjahr über gut feucht gehalten werden.
Einen Standort wählen
Zur Planung einer Neuanlage gehört in einem nächsten Schritt die Suche nach dem bestmöglichen Standort und die Frage nach der Größe der Konstruktion. Wo auf Ihrem Außengelände bietet sich ein Weidentunnel an? Wo evtl. ein Weideniglu? Weiden sind lichthungrige und Feuchte liebende Gehölze, weshalb für solche Konstruktionen nur Areale in offener Lage infrage kommen. Für Kleinkinder ist bei einem Weidentunnel eine Höhe von etwa 1,20 bis 1,40 m sinnvoll. Der Innenraum eines Weidenhauses sollte – bei einem Durchmesser von ungefähr 1,70 bis 2 m – etwa 1,60 m hoch sein.
Die Bauanleitung
Frisch gepflanzte Steckhölzer benötigen bis zum Wurzeln und Anwachsen etwas Zeit. Es ist empfehlenswert, entlang der geplanten Wände einer Weidenhauspflanzung im Abstand von etwa 40 bis 60 cm mithilfe eines Spaten einseitig zugespitzte Holzpfähle mit der Spitze nach unten in die Erde zu setzen. Bei einer Tunnelpflanzung setzen Sie die Holzpfähle entlang der Tunnelwände, d. h. in zwei Reihen, je in einem Abstand von etwa 80 cm. So können Sie die frisch gepflanzten Weiden vor dem Umknicken und anderen Einflüssen schützen. Anschließend stecken Sie etwa fingerdicke, möglichst frisch geschnittene Weidenruten neben und zwischen den Holzpfählen in den Boden, mind. 50 cm tief. Bei einem Weidenhaus von etwa 2 m im Durchmesser sind etwa 15 Pfähle nötig. Stecken Sie an jeden Pfahl links und rechts je eine Weidenrute, um diese mit einem Kokosstrick oder Hanfseil daran anbinden zu können. Für diesen Arbeitsschritt sind etwa 30 Weidenruten nötig. Sobald die Ruten gesteckt sind, biegen Sie diese vorsichtig zur Kreismitte hin, um sie in der Kreismitte mit Kokosstrick zu verbinden. Nach und nach entsteht so eine etwa 1,50 bis 1,70 m hohe Kuppel. Die Vorgehensweise bei einem Weidentunnel ist ähnlich, nur dass Sie dabei im Abstand von etwa 80 cm, zwei Reihen von Holzpfählen und Steckhölzern gegenüber setzen, damit der Tunnel, nachdem die Weiden wachsen und austreiben, nicht zu eng wird.
Die Konstruktion stabilisieren
Sowohl bei einem Weidenhaus als auch bei einer Tunnelkonstruktion können Sie zwischen den senkrecht gesteckten Weidenruten weitere Ruten schräg in den Boden pflanzen und diese zwischen die senkrechten Ruten einflechten. Diese lockere Flechtarbeit vergrößert die Stabilität der Gesamtkonstruktion. Zudem können Sie dort, wo es nötig oder sinnvoll ist (Ein- und Ausgänge), einige Ruten zusammenbinden oder an den Holzpfählen befestigen. Als Bindematerial eignet sich dafür ausschließlich eine Naturfaser, wie Kokosstrick, Hanf- oder Sisalschnur. Zuletzt wässern Sie die gesteckten Weidenruten gründlich, am besten mehrmals in kurzen Abständen, damit das Wasser tief einsickert und auch die Schnittflächen der Ruten erreichen kann.
Die Unterhaltung und Pflege
Ein Weidenflechtwerk aus lebenden Weiden erfordert regelmäßige Pflege. Diese besteht v. a. darin, längere Weiden immer wieder einzuflechten und kurze, einjährige Triebe rückzuschneiden. Anzustreben ist dabei eine möglichst dichte Wand aus eng verflochtenen und ineinander verwachsenen Trieben. Wenn sich in einem Weidenflechtwerk größere Lücken auftun, kann es sinnvoll sein, an dieser Stelle gezielt eine Nachpflanzung vorzunehmen – idealerweise immer im Herbst. Alternativ können Sie ergänzend auch robuste Kletterpflanzen wie Wilder Wein, Knöterich oder Waldrebe (Clematis) nachpflanzen. Sicherheitsrelevant sind bei solchen Pflanzenkonstruktionen vor allem jene Zweige, die auf Augenhöhe (Kopfhöhe) der Kinder abstehen. Untersuchen Sie die Weidenkonstruktion deshalb auch unter dem Jahr regelmäßig auf solche Stellen.
Was bietet ein Weidentunnel?
Die beschriebenen Arbeitsgänge und gleichermaßen die Pflege sind ohne Schwierigkeiten auch durch Laien ausführbar. Zudem erfährt eine Weidenkonstruktion, die Sie mit Eltern und Kindern erstellen, von allen Beteiligten eine besondere Wertschätzung. Diese wirkt sich wiederum positiv auf die Lebensdauer der Anlage aus. Für Kinder steht ohnehin der Nutzwert im Vordergrund. Die einfache Struktur und ihre Unregelmäßigkeiten wirken auffordernd und regen Kleinkinder zu Symbol- oder einfachen Rollenspielen an. Zudem bieten Tunnel und Weidenhäuser Bewegungsanreize und eignen sich gut, um sich darin zu verstecken. Dies fördert die Wahrnehmung bzw. das Raumgefühl der Kinder. Dabei ändern sich solche Bauten nicht nur im Laufe der Jahreszeiten, sondern sehen auch in jedem Folgejahr anders aus. Einen zusätzlichen Wert erhalten die Konstruktionen, wenn man sie den Winter über mit Fichten- oder Tannenzweigen abdeckt. Schneefall macht daraus im Handumdrehen wunderbare Schneebauten – ein wertvoller und mitwachsender Spielort für Kleinkinder.