Der WochenrückblickViele Fäden

Eine Nachrichtenauswahl, welche die Komplexität unserer Weltlage illustriert

Bevor mit Beginn des Märzes auch der kalendarische Frühlingsbeginn in greifbare Nähe rückt, zeigte der ausgehende Februar sich nicht nur von seiner meteorologisch kalten Seite. Die Weltlage ist und bleibt angespannt, die globalen Verflechtungen sind vielfältiger Natur, ihre Auswirkungen auf unser Leben komplex. Nur allzu verständlich ist da die Sehnsucht nach der allumfassenden Antwort, die auf einen Schlag alle Probleme löst oder zumindest erklärt, was um uns herum gerade passiert.

Doch statt eines roten Fadens zeigen sich vielmehr einzelne Bänder, die mehr oder weniger lose aneinandergeknüpft sind: Auch die letzte Woche des Februars lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. Komplexität aushalten, im Großen wie im Kleinen – und vielleicht zwischen allen Sprachlosigkeiten ab und an auch jene Splitter finden, die Hoffnung schenken. Große und kleine Schlaglichter aus den vergangenen Tagen:

1 | Kiew. Der vollumfängliche russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht ins fünfte Jahr. „Für die Ukraine ist die Hoffnung auf eine andere Zukunft die Hoffnung auf Gerechtigkeit“, diagnostiziert die Ostkirchen-Expertin Regina Elsner. Während die Europäische Union betont, fest an der Seite des angegriffenen Landes zu stehen, schlagen mit Ungarn und der Slowakei zwei EU-Mitgliedsstaaten den Weg in die andere Richtung ein.

2 | Genf. Die vielen Menschen, die jährlich auf den Fluchtrouten übers Mittelmeer ums Leben kommen, finden oft nur noch als Randnotiz Erwähnung. Von der tödlichsten Bilanz seit Datenerfassung 2014 sprachen nun die Vereinten Nationen mit Blick auf die ersten beiden Monate dieses Jahres: Mindestens 606 Menschen starben oder wurden als vermisst gemeldet.

3 | New York. Ein Schneesturm trifft auf die Ostküste der USA. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani mahnt die Bewohner der Stadt zur Vorsicht und ruft zum Schneeschippen auf. Derweil bleibt die Saint Patrick’s Cathedral, Sitz des erst kürzlich ins Amt eingeführten katholischen Erzbischofs Ronald Hicks, am Montag geschlossen. Die Heilige Messe wird im Livestream übertragen.

4 | Würzburg. Michael Gerber, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zollt dem scheidenden Vorsitzenden Georg Bätzing Bewunderung für seine „Fähigkeit, mit großer Offenheit in die Prozesse zu gehen und auf den Geist Gottes zu vertrauen“. Bätzings Nachfolger Heiner Wilmer betonte in seinem ersten Statement: „Der Heilige Geist lebt nicht nur im Konsens, sondern auch im Widerspruch.“

5 | Brasília. Die brasilianische Regierung hat Pläne für eine Vergrößerung von Wasserwegen im Amazonasgebiet gestoppt. Insbesondere Agrarkonzerne waren Verfechter des Infrastrukturprojekts, nach dessen Umsetzung auch große Frachtschiffe Amazonasflüsse passieren können sollten. Indigene Völker und Umweltorganisationen protestierten gegen das Vorhaben – und hatten Erfolg.

6 | Madrid. Während die Piusbrüder auch nach Gesprächsangeboten aus dem Vatikan an der Weihe neuer Bischöfe festhalten und damit ein erneutes Schisma mit Rom in Kauf nehmen, hat Erzbischof Mario Iceta die Exkommunikation von zwei Ordensfrauen aus dem spanischen Kloster Belorado aufgehoben. Die beiden Frauen gehören zu jenen zehn Klarissen, die 2024 ein Manifest gegen den Kurs der römisch-katholischen Kirche unterzeichneten – und von dem die zwei sich nun ihrerseits wieder distanzierten.

7 | Vatikan. Tipps für die Fastenzeit gibt es von Papst Leo XIV.: Der Pontifex empfiehlt, den Medienkonsum ein wenig herunterzufahren und der Stille wieder mehr Raum zu geben. Also Spaziergang statt Smartphone, Buch statt Fernsehserie? Probieren kann man es allemal.

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