30 Jahre „Cyberspace“Neuland

Mitte der 1990er war das Internet tatsächlich für die meisten Menschen noch „Neuland“. Und ein neues Land braucht eigene Gründungsdokumente, dachte sich der US-amerikanische Bürgerrechtler und Liedtexter John Perry Barlow. So schrieb er vor genau 30 Jahren, im Frühjahr 1996, eine Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. Der Text richtet sich an die Regierungen der analogen Welt, jene „müden Giganten“, wie er sie nannte, und ist eine direkte Absage an jede Form staatlicher Kontrolle: „Wo wir uns versammeln, endet eure Souveränität.“ Das Internet sei das größte basisdemokratische Projekt der Geschichte, eine „Zivilisation des Geistes“, an der sich jeder gleichberechtigt beteiligen könne.

Ich bin während meiner Promotion über diesen Text gestolpert. Aus heutiger Sicht mag vieles sehr naiv wirken, zumal es ja im Internet durchaus Ecken gibt, bei denen man sich mehr staatliche Kontrolle wünschen würde. Und doch geht von Barlows Unabhängigkeitserklärung noch immer eine gewisse Faszination aus. Vielleicht ist sie auch nach 30 Jahren eine gute Erinnerung, sich manchmal vorzustellen, wie die Welt (ob digital oder analog) sein könnte, statt sie zu nehmen, wie sie ist.

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