Ihre PostLeserbriefe

Nüchtern

Zum Wochenrückblick „Facetten des Fastens“ (CIG Nr. 8, S. 2)

Für mich stellt sich die Frage der Fastenzeit nach Fasching nicht. Ich halte nichts von einer Zeit des erlaubten Über-die-Stränge-Schlagens, um danach pflichtgemäß Buße zu tun. „Seid nüchtern in allen Dingen“, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Ich wünsche den Menschen eine Zeit des echten Nachdenkens.

Erwin Ritter, Calw

Substantiell

Zum Zeitgang „Jesus ohne Opfer“ (CIG Nr. 8, S. 3)

Herzlichen Dank für den Artikel. Schon 1992 war im katholischen Handbuch der Dogmatik zu lesen: Kritisiert wird insbesondere, dass das Bild „von Gott als grausam-patriarchalem Herrscher, der ein blutiges Sühnopfer verlange und der Vergebung nicht unbedingt, sondern nur aufgrund des Todes Jesu gewähre, der Botschaft Jesu widerspricht und Gott nicht vertrauenswürdig macht“. Das Kreuz als Symbol des Heilswillens Gottes darf nicht so verstanden werden, als sei „der gewaltsame Tod Jesu das von Gott (gar aus Liebe zur Welt) geplante Ziel gewesen“.

Dr. Bernd Weber, Münster

Während der Feier des christlichen Abendmahls steht mir häufig eine konkrete Szene vor Augen. Ort: ein internationales Studierendenwohnheim. Auf dem Boden sind, mangels Tischtuch, Zeitungen ausgebreitet. In der Mitte ein dampfender Topf mit Reis, eine Schüssel mit Soße. Jemand teilt großzügige Portionen aus. Nach dem gemeinsamen Essen wird reihum gesungen, rezitiert, manchmal getanzt. Ganz herzlichen Dank für diesen substantiellen Artikel ganz ohne Transsubstantiation!

Dr. Isabel Stümpel, Mainz

Der Text gibt an manchen Stellen durchaus zu denken, ist aber insgesamt überzogen und einseitig. Muslimische Eltern würden sich gegen den Vorschlag verwahren, man solle die Erstkommunion demnächst als eine Art „gastfreundliches Miteinanderessen aller im Namen Jesu“ gestalten. Und sich gleichzeitig fragen, ob die Christen eigentlich noch wirklich an das glauben, was ihnen überliefert wurde. Zu Recht.

Rüdiger Hagens, Mönchengladbach

Das gütige Gottesbild freut und überzeugt mich. Doch die Negierung der Realpräsenz? Ent-Göttlichung Jesu? Hier geht es um letztliche Glaubenssubstanz. Ist sie uns verfügbar, auf rein rationaler Ebene?

Ruth Landtwing, Goldiwil / Schweiz

Wortwahl

Zum Wochenrückblick „Alles neu?“ (CIG Nr. 7, S. 2)

Zu den Besucherzahlen in Assisi: Muss man immer gleich von „Massentourismus“ sprechen, wenn viele Menschen irgendwohin reisen? Die zur Reliquienverehrung Angemeldeten kommen überwiegend aus Italien, die Bemerkung mit dem Flugzeug, wirkt etwas künstlich bemüht. Es wurde bewusst keine große Werbung weltweit gemacht, weil das sicher unseren Rahmen gesprengt hätte. So wie die Dinge sich abzeichnen, vermute ich, dass wir hier in den kommenden Wochen viele bewegende Momente erleben werden.

Bruder Thomas Freidel OFM, Assisi

KI-Ideologie

Zum Beitrag „Wertvoll unvollkommen“ (CIG Nr. 8, S. 6)

Gefährlich wird der beschriebene „Fortschrittswahn“ dadurch, dass ein Milliardär wie Elon Musk diese Ideologie konsequent zu Ende spinnt: Die Ressourcen der Erde werden einzig nur noch dem Zweck zugeordnet, Cyborgs ins Weltall zu entsenden. Hier geht es nicht darum, durch Technologie etwas für Menschen zu verbessern. Eine sich selbst replizierende und weiterentwickelnde (so die Ideologie) Cyborg-Evolutionsstufe braucht die Erde nur als Startrampe – Natur und Mensch bleiben als Verlierer nicht einmal zurück, sie werden schlichtweg verheizt, falls dies nötig sein sollte.

Andreas Pfichner, Unterhaching

Warum sollen unsere Kinder noch lernen, die KI liefert doch alles? Nein, denn KI greift nur das Wissen ab, welches sie im Netz findet. Da werden gezielt Lügen und falsche Antworten verbreitet. Sollen wir in Zukunft von Männern und Frauen regiert werden, welche sich bei ihren Entscheidungen auf KI verlassen und die Zusammenhänge nicht mehr verstehen?

Anton Röhl, Sassenberg

 

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