Jesus steht mit seiner Liebe für unvergängliches Leben ein. Seine Liebe bedeutet selbst ewiges Leben. Man darf nicht zuerst an ein Leben nach dem Tod denken, sondern an jetziges Leben, das eine nach innen und außen gehende Verwandlung erfährt. Jesu Liebe macht die Vergänglichkeit des Lebens, die ihm für uns naturgesetzlich eingeschrieben ist, zu dessen Hülle, zu einer Äußerlichkeit, zu einem alten Mantel, der noch um das Leben schlackert. Was wir bisweilen in der Liebe spüren, ihre zeitvertiefende und heilende Wirkung, ist keiner hormonellen Vernebelung geschuldet, sondern die wahre Spur der Liebe, eine Ahnung ihrer immensen Kraft.
Jürgen Boomgaarden, in: „Ach Gott! Kurze Einführung in die christliche Religion“ (Königshausen & Neumann, Würzburg 2026)