Leistung?
Zum Artikel „Vermögensfrage“ (CIG Nr. 7, S. 4)
Mit höherem finanziellem Vermögen gehen auch größere Möglichkeiten einher, woraus ein massives ungerechtes und demokratiegefährdendes Machtungleichgewicht folgt. Angeblich leben wir in einer Leistungsgesellschaft, aber Erben ist keine Leistung, und die, die nichts besitzen, haben gleichzeitig auch noch geringere Chancen aufzusteigen. Reiche lassen oft durch Zins, Zinseszins und Investitionen in klimaschädliche Produkte ihr Geld für sich arbeiten, aber Geld arbeitet nicht, sondern der Mensch.
Norbert Müsch, Rees
Umkehrend
Zum Artikel „Eine Generation sucht das Kreuz“ (CIG Nr. 7, S. 5)
Das Aschenkreuz wird unterschiedlich gedeutet. Wenn zum Beginn der Fastenzeit unsere Stirn mit einem Aschenkreuz bezeichnet wird, bedeutet dies für mich, dass wir umkehrend auf dem Weg vom vergänglichen zum unvergänglichen Leben sind.
Dr. Klaus Beurle, Würzburg
Jude Jesus
Zum Beitrag „Altruistisch“ (CIG Nr. 7, S. 2)
Der Autor spricht von „Jesu Gebot der Nächstenliebe“. Dieses Gebot ist aber nicht originär jesuanisch, es findet sich bereits im Buch Levitikus 19,18: „Liebe deinen Nächsten wie dich [selbst].“ Jesus, als frommer Jude, verweist also auf die Tora! Gerade heute halte ich es für notwendig, die jüdische Natur Jesu, die an vielen Stellen im Neuen Testament aufscheint, deutlich zu machen.
Jens Nitschkowski (online)
Tempofrage
Zum Zeitgang „Synodale Stimmen“ (CIG Nr. 6, S. 3)
Danke für die sehr ehrlichen Stimmen zum Synodalen Weg / Synodalen Prozess. Mein Sohn ist kurz vor der ersten Synodalversammlung im Januar 2020 getauft worden, kurz vor seiner Erstkommunion. Inzwischen ist er mir über den Kopf gewachsen – er macht aktuell Praktikum bei einer Anwaltskanzlei. Verglichen mit dem Welttempo ist das synodale Tempo sehr, sehr langsam. Das ist für echte Gläubige aushaltbar und auch verständlich – Gott offenbart sich eher im leisen Säuseln als in einem großen Feuerwerk. Nur: Wir haben neben den „Hardcore-Christen“ auch noch sehr viele andere, die wir auch brauchen, und die schlagen angesichts des Tempos und der Uneinigkeit die Hände über dem Kopf zusammen.
Stephan Siegel, Frankfurt Main
Die Gläubigen erwarten, dass Hirten Sakramente, apostolische Ordnung und Lehre Christi treu bewahren und Forderungen, die diesen Grundlagen widersprechen, klar zurückweisen. Zeitgeistliche Moden können niemals die Kirche sein, die Jesus selbst gegründet hat und bis heute gilt. Treue bedeutet Orientierung an Christus, Tradition und Kirchenrecht, nicht Anpassung an Zeitgeist. Die Mitwirkung der Bischöfe beim Synodalen Weg erzeugt Verwirrung und Unsicherheit. Nur wer die wahre Lehre Jesu kompromisslos, klar und treu verkündet, schützt die Einheit der Kirche.
Robert Wamsler, Sachsenheim
Gottes Schoß
Zur Reihe „Gotteswort, weiblich“
Eine Anmerkung mit Bezug auf die hervorragend fundierten Artikel von Annette Jantzen: Synesios von Kyrene (370–413) war ein neuplatonisch-christlich synkretistisch geprägter hochgelobter Schriftsteller. Obwohl er aufgrund seiner philosophischen Prägung an Teilen der christlichen Lehre zweifelte und verheiratet war, wurde er vom alexandrinischen Patriarchen Papst Theophilos zum Bischof von Ptolemais geweiht und schließlich zum Patriarchen der Pentopolis (Kyrenaika). In seinen Hymnen beschreibt er die Gottheit als Vater, sie ist für ihn aber auch – als der Heilige Geist – Mutter und gebärender Schoß, also weiblich und männlich. Aus diesem Einen geht die Trinität hervor.
Dr. Ernst Jochim, Gilching
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