Hans-Jochen VogelIn memoriam

Die Verantwortung vor Gott hat für mich eine Rolle gespielt“, sagte Hans-Jochen Vogel (1926–2020) einmal in einem Interview. Der Sozialdemokrat machte nie ein Hehl aus seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche und seinem christlichen Menschenbild, vermied aber in der Tagespolitik direkte Bezüge zum Glauben. Das Grundgesetz war die Richtschnur des promovierten Juristen. Am Empfang der Kommunion nahm er nicht mehr teil, nachdem er sich 1971 von seiner ersten, katholisch getrauten Ehefrau hatte scheiden lassen – und nahm hin, seither „mit meiner Kirche in einer andauernden Konfliktsituation“ zu leben.

Der gebürtige Göttinger war u.a. Oberbürgermeister der Stadt München (1960–72), Bundesminister für Städtebau (1972–74) beziehungsweise Justiz (1974–81), Bundesvorsitzender der SPD (1987–91) sowie Fraktionschef im Bundestag (1983–91). Mit dieser Vielzahl an Spitzenämtern half er als deutscher Sozialdemokrat maßgeblich mit, alte konfessionelle Milieus aufzubrechen. In seiner Arbeit folgte er der Grundprämisse der Katholischen Soziallehre, wonach der Mensch im Mittelpunkt steht.

Am 3. Februar wäre Hans-Jochen Vogel 100 Jahre alt geworden.

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