Der WochenrückblickZielrichtung

Die Nachrichten der Woche aus der Hoffnungsperspektive der vorösterlichen Zeit

Jedes Jahr aufs Neue beeindruckt mich, wie gut die Abfolge der liturgischen Feste auf die Jahreszeiten abgestimmt ist – zumindest in unserer Hemisphäre: Da sind die kürzesten Tage rund um die Wintersonnwende, an denen wir die Menschwerdung Gottes feiern und unsere Wohnungen hell erleuchten. In den Wochen danach, wenn die Tage immer noch grau und nasskalt sind, setzt die Fastnacht einen bunten Akzent und stellt die Lebensfreude ins Zentrum (vgl. CIG Nr. 7, S. 3).

Und während es nun auf Ostern zugeht, werden die Tage wieder merklich länger. Mit Genuss saugen wir die ersten kräftigen Sonnenstrahlen auf und beobachten, wie die Natur zu neuem Leben erwacht. Beim nächsten Vollmond wird bereits Frühling und am Sonntag darauf das große Fest der Auferstehung sein.

Die Erwartung macht deutlich, dass christliches Fasten nicht auf Trübsinn oder Resignation zielt, sondern auf Vollendung, dass der Verzicht vorübergehend ist, um sich danach neu an der Fülle des Lebens zu erfreuen. Möge sich diese Zielrichtung doch auch in den großen und kleinen Konflikten und Beschwerungen unserer Zeit durchsetzen!

1 | Iran. Der katholische Erzbischof von Teheran, Kardinal Dominique Mathieu, wurde nach Rom ausgeflogen. Er sei zusammen mit dem Personal der italienischen Botschaft in Sicherheit gebracht worden, sagte er dem belgischen Pressedienst Cathobel. Zuvor war der Kontakt zu dem Oberhirten von etwa 1300 Katholiken in Iran abgerissen.

2 | Vatikan/Libanon. Derweil hat Papst Leo XIV. sein Mitgefühl mit den Opfern der Bombardierungen im Nahen Osten ausgedrückt. Er bete für ein baldiges Ende der Feindseligkeiten. Eigens erwähnte er den libanesischen Priester Pierre El-Rahi, der beim Angriff des israelischen Militärs auf ein christliches Dorf im Süden des Libanon getötet wurde.

3 | Maria Laach. Altkanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Fastenpredigt zu engagiertem Handeln aufgerufen: „Christ sein ist keine Bank zum Ausruhen. Christ sein bedeutet, die eigenen Gaben zum Wohl anderer einzusetzen.“ Selbstkritisch sagte sie, in ihrer Amtszeit nicht genug getan zu haben, „um die Welt tatsächlich vor katastrophalen Entwicklungen der Erderwärmung zu bewahren“.

4 | Freiburg. Erzbischof Stephan Burger hat das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg als Zeichen für eine funktionierende Demokratie bewertet: „Die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung auf über 70 Prozent zeigt, dass die Menschen die Zukunft unseres Landes aktiv mitgestalten wollen.“ Die künftige Landesregierung stehe vor der großen Aufgabe, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

5 | Bonn. Die Deutsche Welthungerhilfe und das Welternährungsprogramm der UN warnen vor einer Hungerkrise, wenn der Iran-Krieg länger andauert. Die Auseinandersetzungen träfen Menschen, die ohnehin schon hungern müssten. Gleichzeitig werde der Zugang für Helfende von außen fast unmöglich.

6 | Köln. Für den Besuch des Kölner Doms wird ab Sommer ein Eintrittsgeld fällig. Damit soll das finanzielle Defizit des Kathedralbetriebs ausgeglichen werden, so die Verantwortlichen. Gottesdienstbesuche und privates Gebet sollen kostenlos bleiben. Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner kritisierte das Vorhaben: „Es muss auch nicht-kommerzielle Räume geben. Man sollte nicht für alles bezahlen müssen – am wenigsten für eine Kirche.“

7 | Augsburg. In das Kloster Welden bei Augsburg sollen ab Juni Ordensschwestern aus Nigeria einziehen. Die Gemeinschaft der Holy Family Sisters of the Needy engagiert sich gegen Armut und in der Kranken- und Altenpflege. Die bisher ansässigen Karmelitinnen verlassen das Kloster aus Altersgründen.

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