Es gibt Termine im Leben als Journalist, die bleiben in Erinnerung. Für mich war das der Fall, als ich vor fünf Jahren den Maler Michael Triegel treffen durfte und er mich eine Stunde lang durch seine Ausstellung führte. Besonders faszinierte mich, dass Triegel ganz selbstverständlich über Monate, Farbschicht um Farbschicht, an einem Bild malen konnte. In Zeiten von schnelllebiger Handyknipserei ein klares Statement für Langsamkeit.
Inzwischen gibt es einen Film zu Triegels Kunst, Gotthard Fuchs hat ihn gesehen (vgl. S. 7). Außerdem erinnern wir an einen deutsch-polnischen Dichter, der sehr geduldig gegen den Überwachungsstaat der DDR anschrieb (vgl. S. 6). Aber es gibt auch Themen, die keinen Aufschub dulden: Zwei Wochen nach dem Angriff auf Iran ist noch immer nicht abzusehen, wie sich die Lage dort entwickeln wird. Doch der Krieg fordert Opfer – auf allen Seiten. In dieser Ausgabe gibt uns Benjamin Dahlke ein Stimmungsbild aus den USA, die so gar nicht in „Kriegsstimmung“ geraten wollen (vgl. S. 2). Und Nikodemus Schnabel berichtet von der Lage in Jerusalem (vgl. S. 3). Iranische Stimmen sind selbstverständlich auch angefragt und werden in den nächsten Wochen folgen.