Titelseite: Titelseite Lebensspuren 11/2026

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Inhalt

„Aller Anfang ist schwer!“, sagt das Sprichwort, und es gibt durchaus viele Lebenssituationen, in denen diese Aussage ihre Berechtigung hat. Häufig gilt jedoch auch das Gegenteil: „Aller Anfang ist leicht!“ Wer wandern geht, wird in der Morgenfrühe leichten Schrittes ausschreiten. Da drückt noch kein Schuh, und der Rucksack fühlt sich leicht an. Auch bei der Arbeit geht der Anfang meist leicht von der Hand und das Vorhaben nimmt rasch Gestalt an. In der Schlussphase wird es dann aber meist mühsam, das Geplante bis ins letzte Detail zu vollenden. So wie auch beim Wandern die Schritte zum Ende hin schwerer werden. Da braucht es Geduld, Kraftreserven und Vertrauen, um das Ziel zu erreichen. Die letzte Etappe, der letzte Schliff also ist entscheidend, denn „ein guter Schluss ziert alles“.

Auch im Blick auf unser ganzes Leben ist es so. Wir haben zwar am Anfang, bei den Kleinen, oft den Eindruck „aller Anfang ist schwer“, wenn sie mühsam die ersten Schritte oder die ersten Buchstaben einüben. Aber ist es, bei Lichte betrachtet nicht doch so, dass der Anfang eher spielerisch leicht ist, die großen Aufgaben und die wirklichen Herausforderungen sich erst mit zunehmendem Alter einstellen, wenn die Gesundheit nicht mehr stabil ist und wir in vielerlei Hinsicht unsere Grenzen spüren. So gilt hinsichtlich des Lebens insgesamt, dass es darauf ankommt, den Lebensweg und das Lebenswerk zu vollenden und gerade für den letzten Abschnitt noch Geduld, Kraftreserven und Vertrauen zu haben.

Es ist keine große Leistung, in der Frühe des Lebens loszustürmen und sich ins Getümmel der Welt zu stürzen. Wirkliche Lebenskunst ist es, am Ende noch auszustrahlen, was wichtig und richtig ist. Es gibt so viele griesgrämige alte Menschen, die trostlos wirken, als wäre alles schon vorbei. Aber: „Ein guter Schluss ziert alles“ – was ganz zuletzt an unseren Worten, Gesten und unserer Haltung abzulesen ist, das wird in Erinnerung bleiben, das ist unser eigentliches Erbe. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Heft der „Lebensspuren“ nicht nur daran erinnert, sondern auch dazu ermuntert, auch in den letzten Phasen des Lebens wohlgemut und aufs große Lebensziel orientiert zu bleiben, auf unsere Heimkehr zu Gott!