Titelseite: Titelseite Lebensspuren 10/2026

Heft 10/2026: alles

Inhalt

Vor kurzem stürmte die dreijährige Enkelin mit den Worten ins Haus: „Oma, heute waren wir in einem Laden, in dem man ‚alles‘ kaufen konnte. Wirklich ‚alles‘.“ Dabei fuchtelte sie ganz aufgeregt mit ihren Händen. Und gleich fügte sie dieser ungeheuerlichen Botschaft noch hinzu: „Und, Oma, wir mussten nichts bezahlen.“ Zu diesem Satz nickte sie eifrig mit dem Kopf. Ihrem „großen“ Bruder wurde das zu viel. Er meint nur kurz: „Mama bezahlte mit ihrer Karte.“ Aber die Kleine, ganz in ihrem Element: „Mama gab der Frau überhaupt kein Geld!“

Der Kinderglaube denkt, es gibt einfach alles und umsonst, irgendwie. Doch im Erwachsenwerden stellen wir fest, dass es so nicht ist. Der Kinderglaube denkt ja auch, dass wir den „lieben Gott“ nur mal schnell um etwas bitten und dann hat er, bitte sehr, zu liefern. Es braucht jedoch auch im Glauben unser Zutun. Natürlich, Gott gibt uns in Jesus Christus einen großen Vorschuss und ein „Grundkapital“, von dem wir leben und das die Basis unserer Existenz ist. Aber dann braucht es auch unser Vertrauen, unsere Liebe und unseren Alltag, damit ein segensreiches Miteinander gelingt, damit wir haben, was wir brauchen zum Leben – und das ist sehr schön und richtig so.

Klar träumen wir manchmal davon, dass es alles umsonst geben könnte. Wollen wir das wirklich? Ist es nicht viel schöner auszuwählen, anzusparen, sich zu freuen, zu teilen? Sind die denn glücklicher, die „alles“ haben? Ist es nicht viel schöner, dass wir durch Geben und Nehmen, durch Mühe und Erlangen unsere unverwechselbare Lebensgeschichte haben?

So wünschen wir Ihnen, dass Sie von allem genug haben mögen und alles Notwendige im Leben erlangen und bewahren können. Wir wären ja nicht glücklicher, wenn wir alles hätten, aber wir sind glücklich, wenn wir alles schätzen, was wir haben.

Sehr schöne und manch „goldene“ Herbsttag und beglückende Momente, in denen alles irgendwie seine Richtigkeit hat, wünschen wir Ihnen von Herzen!