Titelseite Ideenwerkstatt Gottesdienste 1/2027

Nr. 1/2027: Erster Advent bis Taufe des Herrn

Inhalt

Mit der Adventszeit beginnt in den Medien auch die Zeit der Rückblicke. Während wir in der Liturgie mit immer größerer Vorfreude auf das vor uns liegende Weihnachtsfest schauen, die visionären Friedenstexte der alttestamentlichen Propheten hören und dem Ruf des Täufers in der Wüste lauschen – »Kehrt um« –, überbieten sich Fernseh-, Print- und Onlinemedien im Zurückschauen auf das, was dieses Jahr geprägt hat. Und es werden, wie so oft, vor allem Katastrophen, Kriege und andere unschöne Erinnerungen vor uns ausgebreitet werden. Brände im Hitzesommer, Wahlen, die unser Land verändern, nicht einmal der Fußball konnte die Stimmung retten. Und dann kommen wir mit unserer Frohen Botschaft vom Retter und manch einer wird sich fragen: Was rettet er denn? Diese Frage kann man keinem Zweifler übelnehmen.
Und doch hat all das – gerade all diese Not, all das Negative – seinen Platz in der Advents- und Weihnachtszeit. Die hoffnungsvollen Jesaja-Texte sind aus einer Situation der Not heraus geschrieben und blenden diese auch nicht aus. Und im Jubel der Engel über dem Stall von Betlehem können wir immer auch schon den Auftakt zum Jubel der Menge in Jerusalem hören – der schon am nächsten Tag ins Gegenteil umschlug: Kreuzigt ihn! Weihnachten erinnert uns eben auch daran, dass beides zum Evangelium gehört, leider … denn »er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.« (Joh 1, 10 f.) Die Jahresrückblicke vor Weihnachten erinnern uns schmerzlich daran, dass die Welt nicht friedlicher geworden ist – trotz der hoffnungsvollen Engelschöre. Feiern wollen und werden wir trotzdem und gerade deshalb das Fest der Hoffnung und der Liebe. So lange, bis er wirklich aufgenommen wird in seinem Eigentum.

Über diese Ausgabe

Gottesdienste

Downloads

Autorinnen und Autoren