Wort-Gottes-Feier in der Osternacht

Vorbemerkungen: Während des österlichen Triduums (Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag) sollte grundsätzlich nur die offizielle Liturgie in den Gemeinden gefeiert werden. Jedoch ist es in vielen Gemeinden zum Brauch geworden, zumindest die Feier der Osternacht als Wort-Gottes-Feier auszurichten, wenn kein Priester vor Ort ist. Diesem Bedarf tragen wir mit der folgenden Vorlage Rechnung. Es sollte aber in jedem Fall eine ganz bewusste Verbindung zur offiziellen Auferstehungsfeier hergestellt werden. Ein schönes Ritual hierfür ist das Bringen der noch brennenden Osterkerze, die in der offiziellen Liturgie geweiht wurde.

Ist das aus zeitlichen Gründen nicht möglich, kann ein einfacher Lichtritus am Beginn der Feier stehen, der jedoch deutlich machen muss, dass es sich nicht um das Licht der Osterkerze handelt. Die folgende Feier geht davon aus, dass eine in der offiziellen Liturgie geweihte Osterkerze bereits vor Ort ist. Es kann ein Osterfeuer entzündet werden. Es sollte aber auf jeden Fall die geweihte Osterkerze im Mittelpunkt stehen und zu Beginn der Feier bereits brennen (idealerweise sogar noch mit der ursprünglichen Flamme).

Zur Gestaltung: Die Osternacht ist der feierlichste und symbolträchtigste Gottesdienst im ganzen Kirchenjahr, daher sollte auch eine Wort-Gottes-Feier nach Möglichkeit besonders schön gestaltet werden. Idealerweise wird die Feier von einer Schola / dem Chor begleitet, da die Orgel bis zum Gloria schweigt.

Alle Lied am Osterfeuer: GL 286 »Bleibet hier und wachet mit mir«

Falls möglich mehrstimmig von einer Schola begleitet.

Alle Begrüßung

Gl Liebe Brüder und Schwestern, wir feiern in dieser heiligen Nacht das große Mysterium unseres Glaubens. Jesus Christus ist vom Tode auferstanden und zum Leben hinübergegangen. In diese Auferstehung hat er die ganze Menschheit mit hineingenommen. Darum gehen wir heute Nacht im Hören der Lesungen den ganzen Weg der Heilsgeschichte noch einmal nach: beginnend mit der Schöpfung, an der Seite des jüdischen Volkes, mit dem Gott seinen ersten Bund geschlossen hat, bis hin zu der großartigen Botschaft des neuen Bundes: Der Tod ist überwunden. Die Osterkerze zeigt uns den Weg in dieser dunklen Nacht, den Weg vom Dunkel ins Licht.
Gl Gl nimmt die Osterkerze vom Ständer und spricht:

Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.

Alle Prozession

Gl Gl erhebt die Osterkerze und singt: »Lumen Christi« oder »Christus, das Licht, die Gemeinde antwortet »Deo gratias« oder »Dank sei Gott« (GL 312,1).

Alle ziehen in die Kirche ein. Gl mit der Osterkerze geht voran.

Am Eingang der Kirche bleibt Gl stehen, hebt die Osterkerze empor und singt ein zweites Mal das »Lumen Christi«. Die Mitfeiernden zünden ihre Kerzen an der Osterkerze an und ziehen weiter bzw. setzen sich bereits in die hinteren Bankreihen.

Vor dem Altar wendet sich Gl der Gemeinde zu und singt zum dritten Mal das »Lumen Christi«. Es werden alle Kerzen im Altarbereich angezündet. Der Ambo sollte über eine gute Leselampe verfügen.

Gl Osterlob

Das Osterlob (Exsultet) sollte von einem geübten Sänger / einer geübten Sängerin bzw. dem Diakon entsprechend der Vorgaben im Messbuch vorgetragen werden. Die Gemeinde steht, alle halten ihre brennenden Kerzen in Händen.

Lek Erste Lesung: Gen 1, 1–2,2

Hinführung: Gott ist ein Freund des Lebens. Deshalb erschafft er die Welt und das Leben auf ihr aus dem Nichts. Der Anfang ist paradiesisch: Alle Lebewesen und die unbelebte Natur existieren in perfekter Harmonie miteinander. Gott, der die Güte in Person ist, hat alles gut geschaffen, auch den Menschen.

Selbst wenn das Paradies längst vergangen ist, tut es gut, sich zu vergewissern: Gott hält nach wie vor zu seiner Schöpfung, Gott freut sich an dem Guten, das er in ihr entdeckt – und besonders freut sich Gott, wenn der Mensch als sein Ebenbild handelt, also als Freund des Lebens wie Gott.

Antwortgesang: GL 312,2 V/A (1. und 4. Doppelvers), a cappella

Gebet

Gott, unser Vater, du liebst uns als deine Ebenbilder. Lehre uns, achtsam und respektvoll mit deiner Schöpfung umzugehen, damit wir Zeugen deiner Liebe sind für unsere Welt. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lek Zweite Lesung: Gen 22,1–18

Hinführung: Gott stellt Abraham auf eine unzumutbare Probe. Sein Liebstes und Wertvollstes soll er geben. Abraham wagt das absolute Vertrauen – und gewinnt am Ende doppelt. Auch das ist ein Geheimnis des Glaubens. Diesen Weg mutet Gott keinem von uns zu – seinen Sohn zu opfern, das mutet Gott einzig und allein sich selbst zu.

Antwortgesang: GL 658,1 »In manus tuas«

Lek Gebet

Gott, du Vater aller Gläubigen, durch deine Gnade mehrst du auf dem ganzen Erdenrund die Kinder deiner Verheißung. Durch das österliche Sakrament der Taufe erfüllst du den Eid, den du Abraham geschworen hast, und machst ihn zum Vater aller Völker. Gib allen, die du zu deinem Volk berufen hast, die Gnade, diesem Ruf zu folgen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lek Dritte Lesung: Ex 14,15 – 15,1

Hinführung: Die Israeliten leiden unter lebensfeindlichen Einflüssen: In Ägypten, wohin sie wegen einer Hungersnot in ihrer Heimat geflohen waren, stoßen sie auf Ablehnung. Immer stärker werden sie unterdrückt, bis hin zu Sklaverei und Tod.

Gott nimmt die Not seines Volkes wahr und ermutigt es, in Richtung Leben aufzubrechen. Einzig ihr Gottvertrauen ist das Startkapital der Israeliten. Auch wenn dieses Vertrauen auf Gott angesichts von Widrigkeiten immer wieder zu verschwinden droht, bleibt Gott mit seinem Volk auf dem Weg – treu und zuverlässig, bis das Ziel, das neue Leben in der alten Heimat, erreicht ist.

Antwortgesang: GL 312,4 V/A (1. und 5. Doppelvers), a cappella

Gebet

Herr, mächtiger Gott, du hast das Volk Israel aus der Hand der Unterdrücker befreit. Auch uns befreist du von dem, was uns Angst macht und einengt. Dafür danken wir dir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lek Vierte Lesung: Jes 54,5–14

Hinführung: In der Lesung aus dem Propheten Jesaia hören wir einen Gott, der zu Israel spricht wie ein reuiger Ehemann zu seiner Frau, die er vorübergehend verlassen hat, weil er wütend über ihr Verhalten war. Zwei Botschaften hat diese Lesung für uns. Die erste: Unser Handeln hat Konsequenzen, auch gegenüber Gott. Und die zweite: Am Ende sind die Liebe und Barmherzigkeit Gottes das, was bleibt, wenn wir uns auf ihn einlassen.

Antwortgesang: GL 657,6 »Misericordias Domini«

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, verherrliche deinen Namen. Gewähre, was du den Vätern um ihres Glaubens willen versprochen hast, und mehre durch die Taufe die Zahl deiner Kinder. Lass deine Kirche erfahren, dass sich erfüllt, was die Heiligen des Alten Bundes gläubig erhofft haben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lek Fünfte Lesung: Jes 55,1–11

Hinführung: Was Geschmack am Leben macht, was den Menschen aufleben lässt, das will Gott dem Menschen geben. Diese Großzügigkeit Gottes entbindet den Menschen nicht von seiner Verantwortung, sich selbst in den Dienst des Lebens zu stellen. Wenn beides zusammenkommt – das Gute, das Gott dem Menschen schenkt, und das Gute, das der Mensch an sein Umfeld weitergibt –, dann blüht das Leben auf für alle Bewohner der Erde.

Antwortgesang: GL 312,6 V/A (1. und 2. Doppelvers), a cappella

Gebet

Menschenfreundlicher Gott, du beschenkst uns mit deiner Liebe. Du ermutigst uns, deine Liebe großzügig weiterzugeben in unseren Worten und Werken. Damit zieht Sinn und Erfüllung in unser Leben ein. Dafür danken wir dir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lek Sechste Lesung: Bar 3,9–15.32 – 4,4

Hinführung: Die Lesung aus dem Buch Baruch spricht zu uns von der Weisheit, die Kraft und Klugheit in sich vereint. Die Weisheit ist in der christlichen Tradition mit Jesus Christus in eine Person gebracht worden, sie ist sozusagen seine weibliche Erscheinung. Anklänge daran finden wir in den Hymnen der heiligen Hildegard von Bingen, aber auch in einer ganz bemerkenswerten Stelle der Musikgeschichte: In seinem Oratorium »Paulus« lässt Mendelssohn Jesus, der den erblindeten Saul anspricht, von einem Frauenchor singen. Hören wir in dieser Lesung auf die weibliche Stimme der Weisheit Gottes.

Antwortgesang: GL 397 »All meine Quellen entspringen in dir«

Gebet

Gott, unser Vater, du mehrst die Zahl deiner Kinder und rufst aus allen Völkern Menschen in deine Kirche. Beschütze gütig die Täuflinge, damit sie den Quell der Weisheit niemals verlassen und auf deinen Wegen gehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lek Siebte Lesung: Ez 36,16–17a.18–28

Hinführung: In der siebten und letzten Lesung aus dem Alten Testament hören wir die Zusage des Propheten Ezechiel: »Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch …« Öffnen wir unsere Herzen für das Mysterium der Auferstehung und des Neubeginns.

Antwortpsalm: GL 639.2 (ab Vers 11) / GL 301 (Kv)

Gebet

Herr, unser Gott, durch die Schriften des Alten und des Neuen Bundes führst du uns ein in das Geheimnis dieser Heiligen Nacht. Öffne unsere Augen für das Werk deines Erbarmens und schenk uns durch die Gnade dieser Osternacht die feste Zuversicht, dass auch unser Leben in deiner Herrlichkeit vollendet wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gloria: GL 170 »Allein Gott in der Höh sei Ehr«

Zum Gloria wird die komplette Beleuchtung in der Kirche eingeschaltet und die Glocken läuten.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, du hast diese Nacht hell gemacht durch dein Licht und uns den Sinn der Wunder erschlossen, die du im Alten Bund getan hast und heute für uns tust: Uns Menschen hast du als deine Ebenbilder geschaffen, du begleitest uns durch Höhen und Tiefen des Lebens, du zeigst uns deine Liebe. Wir danken dir für alles Gute, das du an uns, für uns und durch uns bewirkst
durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Epistel: Röm 6,3–11

Antwortpsalm und Osterhalleluja: Ps 118, 1–2.16–17.22–23, KV: GL 312,9

Kv: Halleluja, Halleluja, Halleluja. – Kv

Danket dem Herrn, denn er ist gut,*
denn seine Huld währt ewig!
So soll Israel sagen:*
Denn seine Huld währt ewig. – Kv
Die Rechte des Herrn, sie erhöht, *
die Rechte des Herrn, Taten der Macht vollbringt sie.
Ich werde nicht sterben, sondern leben, *
um die Taten des Herrn zu verkünden. – Kv
Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, *
er ist zum Eckstein geworden.
Vom Herrn her ist dies gewirkt, *
ein Wunder in unseren Augen. – Kv

10 Gl Evangelium: Mt 28,1–10

11 Gl Auslegung

Die meisten von Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, werden in diesen Tagen Ostereier verspeisen, seien es gefärbte Hühnereier, seien es Eier aus Schokolade. Das Osterei gehört zu Ostern wie die Osterkerze; es ist ein uraltes Symbol, das auf eine Legende aus dem Leben der heiligen Katharina von Alexandrien zurückgeht.

Dieser Legende nach lebte Katharina zu Beginn des 4.Jahrhunderts in der ägyptischen Stadt Alexandria. Ägypten gehörte zum Römischen Reich; der Kaiser Maxentius von Rom duldete ausschließlich die Verehrung seiner Götter, zu denen er sich auch selbst zählte. Wer vor seinen Standbildern und den Statuen der anderen Gottheiten nicht auf die Knie fiel und dort Opfergaben niederlegte, bekam große Schwierigkeiten, es drohte Gefängnis oder Hinrichtung. Deshalb wurden vor allem die Christen damals verfolgt: Sie weigerten sich, die »Götzen«, wie sie die menschengemachten Götter nannten, anzubeten und ihnen zu opfern.

Katharina war Christin, eine blitzgescheite und mutige noch dazu. Sie stellte eines Tages den Kaiser Maxentius zur Rede und fragte ihn, weshalb er die Christen verfolge; er solle doch stattdessen selber Christ werden. Daraufhin holte Maxentius seine besten fünfzig Philosophen herbei, damit sie Katharina von der Sinnlosigkeit des christlichen Glaubens überzeugten. Katharina diskutierte so redegewandt mit ihnen, dass alle fünfzig Philosophen sich nach dem Gespräch taufen ließen.

Daraufhin lud Maxentius Katharina zu sich ein; er wollte mehr über den christlichen Glauben erfahren. Katharina erzählte ihm von Jesus, von seinen Predigten und Wundern, von seinem Tod und seiner Auferstehung. Da begann der Kaiser laut zu lachen: »Auferstehung? Was für ein Unsinn! Kein Toter kann wieder lebendig werden!« Katharina erbat sich Bedenkzeit, um ihm zu antworten. Tags darauf kaufte Katharina ein fast ausgebrütetes Entenei; sie ging damit zu Maxentius und hielt ihm das Ei entgegen. In diesem Augenblick riss das Entenküken einen Spalt in die Schale und befreite sich langsam aus dem Ei. »Scheinbar tot war das Ei«, erklärte Katharina. »Scheinbar tot und doch voll neuem Leben.«

Die Legende erzählt, dass der Kaiser sehr nachdenklich geworden sei. Dennoch bekehrte er sich nicht zum Christentum; stattdessen ließ er Katharina und auch die fünfzig Philosophen töten. Engel brachten Katharinas Leichnam zum Berg Sinai, wo er 500 Jahre später aufgefunden wurde; über ihrem Grab steht das Katharinenkloster, und aus ihrem Sarkophag fließt nach wie vor ein Öl, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden.

Die heilige Katharina war davon überzeugt, dass die Auferstehung Jesu Realität ist. So konnte sie dem Kaiser mutig christliche Wahrheiten verkünden, ja ihm sogar die Auferstehung anhand eines Eis erklären, aus dem ein Küken schlüpft. Katharina ahnte wohl, dass ihr Mut ihr das Todesurteil einbringen würde, doch dieses nahm sie in Kauf; denn sie wusste: Der auferstandene Jesus wird auch mich auferstehen lassen, wenn ich sterbe! Seit dieser Zeit ist das Ei untrennbar mit Ostern verbunden.

Dabei hinkt der Vergleich zwischen Ei und Auferstehung wie jeder andere Vergleich auch: Dass das Küken aus dem Ei schlüpft, folgt der Gesetzmäßigkeit der Natur, denn das Ei, selbst wenn es von außen so aussieht, ist keineswegs tot. Vielmehr beheimatet das Ei das Leben, das in ihm schon vor geraumer Zeit begonnen hat und nun zum Durchbruch kommt.

Die Auferstehung Jesu hingegen sprengt alle Naturgesetze: Jesus sah nicht nur aus wie tot, sodass er reanimiert werden hätte können, sondern er war tatsächlich tot. Und ein Leichnam kann nicht mehr zu leben beginnen, sondern verwest.

Doch Jesus steht über diesen Gesetzmäßigkeiten, weil er Gottes Sohn ist. Mit seiner Auferstehung beginnt ein neues Leben, das nicht mehr den Naturgesetzen unterworfen ist, sondern ganz anders aussieht als alles zuvor. Das Leben nach dem Tod Jesu ist ein Leben, das nie mehr von Krankheiten, Sorgen und Schmerzen eingeschränkt wird; ein Leben, das ausschließlich Glück kennt; ein Leben in vollkommenem Frieden und immerwährender Freude; ein himmlisches Leben, das ewig lebendig bleibt – ein Leben also, dessen Blüte nie mehr welkt.

Dieses himmlische Leben ermöglicht Jesus Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, und mir, wenn eines Tages der Tod unser irdisches Leben beendet. Die Auferstehung, die Jesus uns dann schenkt, lässt für uns ein neues Leben beginnen. Auch für uns wird dieses neue Leben ganz anders sein als alles, was wir bislang gekannt haben: Nichts Lebensfeindliches wird uns mehr behelligen; stattdessen wird uns all das, was unser Leben froh und zufrieden und glücklich macht, in unendlicher Fülle zur Verfügung stehen. Und dieses neue Leben wird ewig sein – ein blühendes Leben, das nie mehr vergeht.

Mit der Auferstehung erschafft Gott etwas völlig Neues: ein Leben jenseits aller Gesetze der Natur. Dies hat Jesus an Ostern bestätigt; und wenn wir, liebe Schwestern und Brüder, die alttestamentlichen Lesungen dieses Gottesdienstes betrachten, finden wir dort viele Hinweise darauf, dass Gott schon immer völlig Neues geschaffen hat, das alle irdischen Gesetzmäßigkeiten übersteigt.

Die erste Lesung von der Erschaffung der Welt berichtet davon, dass Gott aus dem Nichts alles entstehen lässt – und alles grundsätzlich gut gestaltet. Das seither nicht alles gut geblieben ist, ist vor allem der Freiheit geschuldet, mit der Gott den Menschen ausgestattet hat; sie beinhaltet auch die Freiheit, gegen Gottes Willen zu agieren – und dabei kommt nie etwas Gescheites heraus.

Die Lesung vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten erzählt von Gottes mächtigem Eingreifen, damit die schwachen, geschundenen, versklavten Israeliten den bis an die Zähne bewaffneten Ägyptern entkommen und im Anschluss daran auf ihrem weiten Weg in der Wüste überleben können, bis sie schließlich ihre alte Heimat erreichen, wo ein Leben in Freiheit auf sie wartet.

Und beim Propheten Jesaja lädt man uns ein, Gott nach dem Sinn des eigenen Lebens zu fragen. Die Antwort Gottes ist gratis – und sie übersteigt das Sinn- Angebot irdischer Anbieter, die oft viel Geld dafür verlangen, bei Weitem. Der Sinn eures Lebens ist, für das Gute, das Gott euch gibt, dankbar zu sein und es großzügig weiterzuschenken. So ermutigt Gott alle Menschen: Kommt zu mir, und ihr werdet aufleben!

Liebe Schwestern und Brüder, Gott kann das also wirklich: etwas völlig Neues schaffen, das alle irdischen Gesetzmäßigkeiten aushebelt. Gott tut das auch für uns – immer wieder während unseres irdischen Weges, wenn dieser eine Wendung zum Guten nimmt, die wir nie für möglich gehalten hätten, und erst recht an dessen Ende. Da sorgt Gott für unsere Auferstehung – und für ein himmlisches Leben in wunderschöner, ewiger Blüte.

Lied: GL 329 »Das ist der Tag, den Gott gemacht«

12 Alle Allerheiligenlitanei: GL 556

Taufgedächtnis

Steht ein Diakon der Feier vor, kann die Taufwasserweihe und das Taufgedächtnis wie im Messbuch beschrieben durchgeführt werden. Falls die offizielle Liturgie zeitlich weit genug vor diesem Gottesdienst liegt, ist es ein schönes Zeichen der Verbindung, das geweihte Wasser aus der Auferstehungsfeier zu verwenden.

Gl Liebe Brüder und Schwestern! Das Wasser erinnert uns daran: Wir alle sind in der Taufe von Gott erwählt, sein heiliges Volk zu sein, und sind berufen, seine großen Taten zu verkünden.

Gl geht zum Taufbrunnen bzw. nimmt ein geeignetes Gefäß mit Wasser bzw. dem bereits geweihten Taufwasser.

Gott, unser Vater, wir feiern wachend und betend diese heilige Nacht der Auferstehung deines Sohnes und gedenken deiner wunderbaren Taten, die du seit Ewigkeit gewirkt hast.

Das Wasser erinnert uns an dich, der du alles, was lebt, geschaffen hast und für es Sorge trägst, weil du der Freund des Lebens bist.

Du bist der Gott, der uns im Wasser der Taufe als seine geliebten Söhne und Töchter bezeichnet hat.

Wir bitten dich: Dieses geweihte Wasser lasse uns das Leben spüren, das du uns geschenkt hast, das du in unendlicher Liebe begleitest und das du einst in deinem himmlischen Reich vollenden wirst. Dort werden wir dich loben und dir danken in Ewigkeit. – Alle: Amen.

Erneuerung des Taufgedächtnisses

Gl Liebe Brüder und Schwestern! Wir alle sind einst durch das österliche Geheimnis der Taufe mit Christus begraben worden, damit wir mit ihm auferstehen zu einem neuen Leben. Nach den vierzig Tagen der Fastenzeit, in denen wir uns auf Ostern vorbereitet haben, wollen wir unser Taufversprechen erneuern.

Deshalb frage ich euch:

Widersagt ihr der Versuchung, euer Leben ohne Gott zu leben und ohne ihn den Sinn des Lebens zu finden?

Alle: Ich widersage.

Glaubt ihr, dass Gott euch helfen will, das Böse zu überwinden und in der Freiheit seiner Kindschaft zu leben?

Alle: Ich glaube.

Glaubt ihr, dass Gott der Ursprung, der Erhalter und Vollender eures Lebens ist, der euch von eurem ersten bis zum letzten Atemzug und weit darüber hinaus begleitet?

Alle: Ich glaube.

Der allmächtige Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat uns aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt und uns alle Sünden vergeben. Er bewahre uns durch seine Gnade in Christus Jesus, unserem Herrn, zum ewigen Leben.

Alle: Amen.

Nach dem Bekenntnis wird das Wasser ausgeteilt. Je nach Gegebenheit vor Ort kann es ausgesprengt werden oder das Gefäß mit dem Wasser wird den Gläubigen gereicht, die sich damit bekreuzigen – oder die Gläubigen bekreuzigen sich gegenseitig.

14 Gl Friedenszeichen

Als der Auferstandene seinen Jüngern erschien, begrüßte er sie mit den Worten: Friede sei mit euch! Ostern ist das Fest des Neubeginns. Möge es auch in unserer Welt der Kriege und des Hasses immer wieder Neubeginne des Friedens geben. Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens.

15 Gl Kollekte

Frieden ermöglichen heißt auch: Miteinander teilen … (Ansage des Kollektenzwecks).

16 Fürbitten

Gl Herr Jesus Christus, du lebst in unserer Mitte. Deine Auferstehung lässt uns aufblühen – immer wieder in diesem Leben und danach umso herrlicher. Dich bitten wir:

Lek Für uns und alle Christen auf der Erde: Schenke uns Gelassenheit im Auf und Ab unseres Lebens und hilf uns, es sinnvoll zu gestalten, indem wir mit dem, was wir sind und haben, großzügig Gutes bewirken.

Für die kranken und einsamen, die traurigen und enttäuschten Menschen, die Opfer von Krieg und Gewalt sowie für alle, die am Leben leiden: Gib ihnen Kraft und Mut.

Für alle, die in dieser Nacht arbeiten müssen: Lass die österliche Freude auch zu ihnen kommen und segne ihren Dienst.

Für unsere lieben Verstorbenen, denen du Auferstehung geschenkt hast, die wir aber dennoch vermissen: Lass sie ewig in deiner göttlichen Liebe geborgen sein – und lass uns mit ihnen in Liebe verbunden bleiben.

18 Gl Vaterunser

Beten wir zum Ende dieser Auferstehungsfeier das Gebet, das Jesus uns hinterlassen hat: Vater unser im Himmel …

19 Alle Danklied: GL 380 »Großer Gott, wir loben dich«

20 Lek Schlussmeditation

Was ist im Dunkel der Osternacht versteckt?
Was macht die dunkle Osternacht hell?
Lass dich durch die Osternacht
ins Licht und ins Leben führen.
Lass dich verführen
vom Osterlicht,
in den Ostermorgen führen,
vom Osterlicht.
Halleluja. Jesus lebt auf.
Lebe und lache mit Jesus
dem Ostermorgen entgegen.

Peter Schott

21 Gl Segensbitte

So wollen wir den Herrn um seinen Segen bitten: Der Gott der befreienden Botschaft, der Gott der Auferstehung und des Lebens, er heilige uns. Er bewahre unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib unversehrt. Er erfülle unsere Herzen mit Jubel und Freude. – Alle: Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit. – Alle: Amen.

22 Entlassung

Gl Singet Lob und Preis. Halleluja, Halleluja.

Alle Dank sei Gott, dem Herrn. Halleluja, Halleluja.

Martina Jung / Matthias Blaha

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