Blumen auf Golgota – Symbolpredigt und Kreuzverehrung am Karfreitag

Vorbereitung: In der Ankündigung des Gottesdienstes die Gemeinde bitten, dass jede und jeder eine Blume mitbringe.

Auf einem kleinen Tisch liegt bereits eine Blume. Die übrigen folgen während der Kreuzverehrung.

Symbolpredigt

Heute – kein Glanz.

Heute – kein Halleluja.

Heute – nur das Kreuz.

Und ein Ort, der Schädelstätte heißt: Golgota. Wer denkt da an Blumen? Und doch …

Ich stelle mir vor: Da stand jemand am Rand. Ein Mensch, der ihn liebte. Und der es einfach nicht ausgehalten hat. Der in der Tasche noch eine Blume hatte. Eine einzige. Und sie nach der Kreuzigung ans Holz legte.

Nicht weil es hilft. Nicht weil es heilt.

Sondern weil: Liebe bleiben will.

(Prediger nimmt eine Blume und legt sie sichtbar ab)

Eine Blume – klein, leise, scheinbar machtlos – aber sie widerspricht. Sie sagt: »Hier war Schmerz – aber nicht nur. Hier war Tod – aber nicht alles ist tot.«

In unserer Gemeinde tun wir es diesem Menschen gleich: Jede und jeder hat heute eine Blume mitgebracht. Und wir legen sie gleich am Kreuz nieder. Still. Persönlich. Als Zeichen der Liebe. Als Zeichen der Hoffnung. Als Zeichen, dass das Leben nicht schweigt.

Blumen wachsen nicht auf Kommando. Sie brauchen Dunkelheit. Erde. Geduld. Zeit. So wie Hoffnung. So wie Ostern. Vielleicht ist der Karfreitag wie ein leerer Blumenstrauß. Noch ohne Blüte. Noch ohne Farbe. Noch ohne Duft.

Aber: Die Erde lebt. Golgota ist nicht das Ende. Das Kreuz ist nicht nur ein Galgen. Es ist ein Baum, der Frucht tragen wird.

Und wir? Wir dürfen heute Blumen ablegen – als Geste gegen den Tod.

Als Zeichen: Hier war Liebe. Und Liebe bleibt.

(Prediger blickt auf das Kreuz, legt eine zweite Blume dazu)

Jesus sagt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben.« Er sagt das nicht erst am Ostermorgen – er sagt es mitten im Leid, mitten im Tod. Mitten auf Golgota.

Vielleicht betest du heute:

»Jesus, ich lege dir meine Blume hin –

als Zeichen meiner Liebe,

als Zeichen meiner Hoffnung.

Du bringst Leben hervor –

auch da, wo es niemand erwartet.«

Amen.

Zur Kreuzverehrung

Sie haben heute am Karfreitag Blumen mitgebracht. Jede und jeder eine eigene – mitgebracht aus dem Garten, vom Wegesrand oder dem Herzen.

Diese Blumen sind unser stilles Zeichen: Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Sie sagen mehr als viele Worte:
»Ich glaube an das Leben.«
»Ich vertraue, dass aus Schmerz Neues wachsen kann.«
Am Kreuz, das Zeichen des Leidens war,
wächst so ein Strauß der Liebe,
ein Bild der Hoffnung,
ein Vorgeschmack auf das, was kommt.
Jetzt laden wir euch ein:
Bringt eure Blumen zum Kreuz.
Als Zeichen eures Glaubens.
Als stilles Gebet.
Als Ausdruck:
Hier ist nicht das Ende – hier beginnt neues Leben.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, heute haben wir auf das Kreuz geschaut – ein Zeichen des Leidens, aber auch ein Ort der Liebe, die bleibt.

Wir haben gebetet, für deine Welt gehofft, mitten im Schmerz und Blumen niedergelegt – stille Zeichen der Zuversicht, dass selbst aus dem Sterben neues Leben wachsen kann.

Bleibe bei uns in der Stille dieses Tages. Lass in unserem Dunkel ein neues Morgen aufscheinen. Stärke unseren Glauben, dass dein Licht auch dann leuchtet, wenn alle Hoffnung zu schwinden droht.

Darauf vertrauen wir – heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.

Michael Paul

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